59. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
59. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
Positive Health in der hausärztlichen Versorgung: Entwicklung und Erprobung eines personenzentrierten Dialogansatzes zur Gesundheitsförderung
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Hintergrund: Hausarztpraxen sind zentrale Anlaufstelle für Patient:innen mit psychosozialen Anliegen. Trotz der Relevanz fehlen aus Sicht von Hausärzt:innen Unterstützungsangebote. Salutogene Beratungskonzepte, die Selbstmanagement & Resilienz fördern, stellen vielversprechende Ansätze dar. Ein Beispiel ist das niederländische Konzept Positive Health. Es basiert auf einem dynamischen Gesundheitsverständnis & einem personenzentrierten Gesprächstool mit sechs Dimensionen: körperliche Funktion, mentales Wohlbefinden, Sinngebung, Lebensqualität, Partizipation & Alltag. Dies ermöglicht einen offenen Dialog & dient als Grundlage für die Vermittlung von psychosozialen Hilfen.
Zielsetzung/Fragestellung: Das Projekt Positive Health Innovation (Innovationsfonds, FKZ: 01VSF24030) zielt darauf ab, das Positive Health-Beratungskonzept für den deutschen Kontext zu adaptieren, in Hausarztpraxen zu pilotieren & Effekte bzgl. Patient:innen-Empowerment zu evaluieren.
Material und Methoden: Das Projekt umfasst drei Phasen: 1) Partizipative Interventionsentwicklung; 2) Durchführung einer cluster-randomisierten Proof-of-Concept-Studie im Stepped-Wedge-Design mit 360 Patient:innen in drei Gesundheitsnetzen (primärer Endpunkt: PAM13-D), begleitet von einer Prozessevaluation & gesundheitsökonomischen Evaluation; 3) Ergebnissynthese & Transferempfehlungen. Stakeholder-Engagement ist in allen Phasen verankert.
Ergebnisse: Das Projekt befindet sich momentan in der Phase der Interventionsentwicklung. Die Intervention soll im Frühjahr 2026 starten & umfasst je Patient:in zwei hausärztliche Beratungsgespräche nach dem Positive Health-Ansatz. Beratungen können durch eine Vermittlung lokaler Hilfsangebote durch eine Netzwerk-Assistenz unterstützt werden.
Diskussion: Im Falle einer positiven Evaluierung trägt das Projekt dazu bei, das in den Niederlanden erfolgreiche, regional flächendeckend genutzte Positive Health-Konzept wissenschaftlich fundiert auf den deutschen Kontext anzupassen. Außerdem ebnet es den Weg für eine Wirksamkeitsstudie & eine mögliche Einführung in die Regelversorgung. Positive Health Innovation adressiert die Notwendigkeit einer personenzentrierten, salutogenen Gesundheitsversorgung. Durch die Einbeziehung von Gesundheitsnetzen & die Förderung regionaler Kooperationen wird ein nachhaltiger Beitrag zur Verbesserung der Versorgungsqualität & zur Stärkung der Patientenautonomie erwartet.
Take Home Message für die Praxis: Positive Health Innovation hat das Potential zu zeigen, dass ein personenzentrierter Dialog das Patient:innen-Empowerment stärkt & Zugang zu regionalen Hilfsangeboten verbessert.



