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59. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) e.V.
01.-03.10.2025
Hannover

Meeting Abstract

Hinderliche und förderliche Faktoren für den Implementierungserfolg von SmArt-E (Smartphone-assisted training with education for patients with hip and/or knee osteoarthritis) – Ergebnisse einer Prozessevaluation

Nele Marit Müller - Ruhr Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin, Bochum, Deutschland
Maria Paula Valk-Draad - Ruhr Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin, Bochum, Deutschland
Jennifer Bosompem - Ruhr Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin, Bochum, Deutschland
Theresa Sophie Busse - Universität Witten/Herdecke, Fakultät für Gesundheit, Department für Humanmedizin, Juniorprofessur für Digital Health, Witten, Deutschland
Dirk Peschke - Hochschule Bochum, Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften, Bochum, Deutschland
Sara Neumann - Hochschule Bochum, Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften, Bochum, Deutschland
Ina Otte - Ruhr Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin, Bochum, Deutschland
Horst Christian Vollmar - Ruhr Universität Bochum, Abteilung für Allgemeinmedizin, Bochum, Deutschland
S m A r t-E Studiengruppe - Konsortialgruppe unter der Leitung von Dirk Peschke, Hochschule Bochum, Deutschland

Text

Hintergrund: Über 50% der Arthrosefälle betreffen das Knie – und 25% das Hüftgelenk. Hausärzt:innen stehen zentral in der Erstdiagnostik und Therapiekoordination. Die SmArt-E Studie (Smartphone-assistiertes Arthrosetraining mit Edukation; Förderkennzeichen beim Innovationsausschuss des G-BA 01NVF20010) untersucht eine digital unterstützte, physiotherapeutische Blended-Care-Intervention zur Förderung körperlicher Aktivität, Patient:innen-Edukation und Selbstmanagement bei Knie- und Hüftarthrose im Vergleich zur Regelversorgung. Eine Prozessevaluation begleitet die randomisierte, kontrollierte, multizentrische Studie, um Health Outcomes im Kontext der Studienbedingungen zu evaluieren.

Zielsetzung/Fragestellung: Das Projekt hat die Identifikation hinderlicher und förderlicher Faktoren für die Implementierung der Intervention sowie Ableitung von Empfehlungen für die Integration in die Regelversorgung zum Ziel.

Material und Methoden: Gemäß des Medical Research Council-Frameworks erfolgten mittels Mixed-Methods drei konsekutive Phasen: 1) Einzelinterviews mit Konsortialführung, Studienzentrenmitarbeitenden, Patient:innen (Intervention-/Kontrollgruppe) und Physiotherapeut:innen; 2) Fragebogenerhebung (Patient:innen, Physiotherapeut:innen) zur quantitativen Ergänzung, Datenanalyse mit SPSS; 3) Fokusgruppeninterviews (Patient:innen, Physiotherapeut:innen) zur Validierung vorheriger Phasen. Die Interviewauswertung erfolgte inhaltsanalytisch nach Kuckartz mit MAXQDA.

Abschließend werden Einflussfaktoren zusammengeführt und Empfehlungen für die Integration in die Regelversorgung abgeleitet

Ergebnisse: Vorläufige Auswertungen zeigen die hohe Relevanz der Digitalkompetenz aller Beteiligten sowie eine hohe zeitliche Beanspruchung der Physiotherapeut:innen. Herausforderungen im (Praxis-) Alltag von Physiotherapeut:innen und Patient:innen sowie Kontextfaktoren der Studienphase werden hinsichtlich ihrer Wirkung auf den Interventionserfolg analysiert. Weitere Ergebnisse erfolgen bis zum Kongress.

Diskussion: SmArt-E verbindet analoge und digitale Elemente der Bewegungstherapie und könnte Ressourcen von Physiotherapeut:innen, Patient:innen und Hausärzt:innen schonen.

Take Home Message für die Praxis: SmArt-E ergänzt die physiotherapeutische Regelversorgung durch digital gestützte Bewegungstherapie.

Für Hausärzt:innen ist sie interessant, da sie ortsunabhängige Versorgung ermöglicht, Patienteninformation verbessert und nicht indizierte Überweisungen oder Operationen vermeiden könnte.