Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung
Entwicklung eines Blended-Learning-Angebots für Prüfende zur Testung der Prüfung am Patienten oder an der Patientin
Text
Fragestellung/Zielsetzung: Die Prüfung am Patienten oder an der Patientin (PaP) ist als erster Teil des Dritten Abschnitts der ärztlichen Prüfung im Referentenentwurf einer neuen Approbationsordnung vorgesehen. Der PaP-Ablauf wurde nach dem Modell arbeitsplatzbasierter Prüfungen konzipiert. Kompetenzorientierung, intra-/interprofessionelle Zusammenarbeit und Patientenzentrierung sollen gestärkt, der Prüfungsablauf standardisiert und die Bewertung objektiviert werden. Das IMPP hat daher gemeinsam mit Sachverständigen strukturierte Bewertungsbögen entwickelt und diese 2024/2025 an zwei medizinischen Fakultäten getestet. Hierfür hat das IMPP ein Schulungsangebot in Form eines Blended Learnings (BL) [1] gemäß Kern-Zyklus [2] entwickelt.
Methoden: Literaturrecherchen zu arbeitsplatzbasierten Prüfungen [3] zeigten die allgemeine Wichtigkeit des Trainings der Prüfenden für die adäquate Anwendung der Bewertungsbögen.
Im Rahmen der Erarbeitung des BL-Konzepts für die PaP-Testung wurden zunächst die Stärken und Schwächen des BL anhand aktueller Publikationen zum Schulungskonzept identifiziert. Dabei wurden insbesondere die eingeschränkte zeitliche Verfügbarkeit der zu Schulenden (u. a. Chef- und Oberärzt*innen) sowie die Komplexität der zu vermittelnden Inhalte (mehrstündiges, kompetenzorientiertes Prüfungsformat; neue und z. T. umfangreiche Bewertungsunterlagen) bedacht. Es wurde das BL-Format gewählt, das den Lernzielen am besten entsprach und den Ansprüchen der Prüfenden gerecht wurde. Die Inhalte des BL wurden gemäß dem Kern-Zyklus geplant, entwickelt, implementiert und evaluiert.
Ergebnisse: Für die Konzeption des aus einem Moodle-Kurs und virtuellen Präsenz-Workshop bestehenden BL wurde v. a. auf folgende Schwerpunkte fokussiert:
- Flexibles Lernen durch zeit-/ortsunabhängiges Absolvieren des Moodle-Kurses.
- Steigerung der Akzeptanz der Lernenden durch aktivierende sowie kritische Diskussion der Inhalte im Rahmen des Workshops.
- Adressierung unterschiedlicher Lerntypen durch die Verwendung verschiedener Lernformen (Text, Grafiken, Erklärvideos, Workshop).
- Langfristige Ressourcenschonung durch unkomplizierte Bereitstellung von Schulungsinhalten über Moodle bei Schulung größerer Kohorten.
Folgende Schwächen von BL wurden berücksichtigt:
- Vermeidung sozialer Isolation der Lernenden durch a) Austausch in der Gruppe und b) Klärung von Fragen im virtuellen Präsenz-Workshop.
- Verhinderung technischer Überforderung durch Bereitstellung a) einer Anleitung und b) Kontaktdaten für technischen Support.
Diskussion: Die Evaluation des BL zur ersten PaP-Testung hat eine gute Akzeptanz der Lernenden gezeigt. Der Präsenz-Workshop ergänzte den Moodle-Kurs sinnvoll und wurde als sehr hilfreich angesehen. Für eine zweite Testung wurde das BL gemäß Evaluation weiterentwickelt und ist eine Grundlage für den möglichen zukünftigen Einsatz für PaP-Prüferschulungen. Darüber hinaus eröffnen sich Möglichkeiten, Aspekte der PaP für ähnliche arbeitsplatzbasierte Prüfungen einzusetzen.
Literatur
[1] Poon J. Blended Learning: An Institutional Approach for Enhancing Students‘ Learning Experiences. J Online Learn Teach. 2013;8(9):271-288.[2] Kern DE, Thomas PA, Hughes MT, editors. Curriculum Development for Medical Education: A Six-Step Approach. 2nd ed. Baltimore (MD): Johns Hopkins University Press; 2009.
[3] Liu C. An introduction to workplace-based assessments. Gastroenterol Hepatol Bed Bench. 2012;5(1):24-28.



