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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung


08.-10.09.2025
Düsseldorf

Meeting Abstract

Entwicklung eines Blended-Learning-Angebots für Prüfende zur Testung der Prüfung am Patienten oder an der Patientin

Aline Federmann - Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen, Mainz, Deutschland
Richard Lux - Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen, Mainz, Deutschland
Kirstin Winkler-Stuck - Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Studiendekanat der Medizinischen Fakultät, Magdeburg, Deutschland
Mike Hänsel - Technische Universität Dresden, Institut für Didaktik und Lehrforschung in der Medizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
Marjo Wijnen-Meijer - Technische Universität Dresden, Institut für Didaktik und Lehrforschung in der Medizin der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland
Eva-Maria Höres - Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen, Mainz, Deutschland
Anke Schneider - Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen, Mainz, Deutschland
Sandra Hahn - Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen, Mianz, Deutschland
Jan Carl Becker - Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen, Mainz, Deutschland
Alexander Oksche - Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen, Mainz, Deutschland; Justus-Liebig-Universität Gießen, Rudolf-Buchheim-Institut für Pharmakologie, Gießen, Deutschland

Text

Fragestellung/Zielsetzung: Die Prüfung am Patienten oder an der Patientin (PaP) ist als erster Teil des Dritten Abschnitts der ärztlichen Prüfung im Referentenentwurf einer neuen Approbationsordnung vorgesehen. Der PaP-Ablauf wurde nach dem Modell arbeitsplatzbasierter Prüfungen konzipiert. Kompetenzorientierung, intra-/interprofessionelle Zusammenarbeit und Patientenzentrierung sollen gestärkt, der Prüfungsablauf standardisiert und die Bewertung objektiviert werden. Das IMPP hat daher gemeinsam mit Sachverständigen strukturierte Bewertungsbögen entwickelt und diese 2024/2025 an zwei medizinischen Fakultäten getestet. Hierfür hat das IMPP ein Schulungsangebot in Form eines Blended Learnings (BL) [1] gemäß Kern-Zyklus [2] entwickelt.

Methoden: Literaturrecherchen zu arbeitsplatzbasierten Prüfungen [3] zeigten die allgemeine Wichtigkeit des Trainings der Prüfenden für die adäquate Anwendung der Bewertungsbögen.

Im Rahmen der Erarbeitung des BL-Konzepts für die PaP-Testung wurden zunächst die Stärken und Schwächen des BL anhand aktueller Publikationen zum Schulungskonzept identifiziert. Dabei wurden insbesondere die eingeschränkte zeitliche Verfügbarkeit der zu Schulenden (u. a. Chef- und Oberärzt*innen) sowie die Komplexität der zu vermittelnden Inhalte (mehrstündiges, kompetenzorientiertes Prüfungsformat; neue und z. T. umfangreiche Bewertungsunterlagen) bedacht. Es wurde das BL-Format gewählt, das den Lernzielen am besten entsprach und den Ansprüchen der Prüfenden gerecht wurde. Die Inhalte des BL wurden gemäß dem Kern-Zyklus geplant, entwickelt, implementiert und evaluiert.

Ergebnisse: Für die Konzeption des aus einem Moodle-Kurs und virtuellen Präsenz-Workshop bestehenden BL wurde v. a. auf folgende Schwerpunkte fokussiert:

  • Flexibles Lernen durch zeit-/ortsunabhängiges Absolvieren des Moodle-Kurses.
  • Steigerung der Akzeptanz der Lernenden durch aktivierende sowie kritische Diskussion der Inhalte im Rahmen des Workshops.
  • Adressierung unterschiedlicher Lerntypen durch die Verwendung verschiedener Lernformen (Text, Grafiken, Erklärvideos, Workshop).
  • Langfristige Ressourcenschonung durch unkomplizierte Bereitstellung von Schulungsinhalten über Moodle bei Schulung größerer Kohorten.

Folgende Schwächen von BL wurden berücksichtigt:

  • Vermeidung sozialer Isolation der Lernenden durch a) Austausch in der Gruppe und b) Klärung von Fragen im virtuellen Präsenz-Workshop.
  • Verhinderung technischer Überforderung durch Bereitstellung a) einer Anleitung und b) Kontaktdaten für technischen Support.

Diskussion: Die Evaluation des BL zur ersten PaP-Testung hat eine gute Akzeptanz der Lernenden gezeigt. Der Präsenz-Workshop ergänzte den Moodle-Kurs sinnvoll und wurde als sehr hilfreich angesehen. Für eine zweite Testung wurde das BL gemäß Evaluation weiterentwickelt und ist eine Grundlage für den möglichen zukünftigen Einsatz für PaP-Prüferschulungen. Darüber hinaus eröffnen sich Möglichkeiten, Aspekte der PaP für ähnliche arbeitsplatzbasierte Prüfungen einzusetzen.


Literatur

[1] Poon J. Blended Learning: An Institutional Approach for Enhancing Students‘ Learning Experiences. J Online Learn Teach. 2013;8(9):271-288.
[2] Kern DE, Thomas PA, Hughes MT, editors. Curriculum Development for Medical Education: A Six-Step Approach. 2nd ed. Baltimore (MD): Johns Hopkins University Press; 2009.
[3] Liu C. An introduction to workplace-based assessments. Gastroenterol Hepatol Bed Bench. 2012;5(1):24-28.