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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung


08.-10.09.2025
Düsseldorf

Meeting Abstract

Förderung der interprofessionellen Zusammenarbeit in der Laboratoriumsmedizin – ein innovativer Mikroskopierkurs für Medizinstudent:innen und MTL-Schüler:innen

Nikolaus Koch - LMU Klinikum, LMU München, Institut für Laboratoriumsmedizin, München, Deutschland
Lena Weindl - LMU Klinikum, LMU München, Institut für Laboratoriumsmedizin, München, Deutschland
Christiane Petermeise - LMU Klinikum, LMU München, Institut für Laboratoriumsmedizin, München, Deutschland
Maximilian Otto - LMU Klinikum, LMU München, Institut für Laboratoriumsmedizin, München, Deutschland
Mathias Brügel - LMU Klinikum, LMU München, Institut für Laboratoriumsmedizin, München, Deutschland
Daniel Teupser - LMU Klinikum, LMU München, Institut für Laboratoriumsmedizin, München, Deutschland
Alexander Benz - LMU München, Institut für medizinische Psychologie, München, Deutschland
Bärbel Otto - LMU Klinikum, LMU München, Institut für Laboratoriumsmedizin, München, Deutschland

Text

Fragestellung/Zielsetzung: Die zunehmende Komplexität medizinischer Diagnostik erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Berufsgruppen – insbesondere in der Laboratoriumsmedizin müssen Ärzt*innen mit Medizinischen-Technolog*innen für Laboratoriumsanalytik (MTL) eng kooperieren, um eine präzise Diagnosestellung zur optimalen Patientenversorgung zu gewährleisten. Vor diesem Hintergrund wurde ein interprofessionell angelegter Pilot-Kurs entwickelt, in dem Medizinstudierende und MTL-Schüler*innen gemeinsam diagnostische Prozesse erörtern und auf wertschätzende Kommunikation achten. Ziel ist es, diagnostische sowie kommunikative Kompetenzen interprofessionell zu vermitteln, um zusätzlich zu den bisherigen Lehrinhalten die interprofessionelle Zusammenarbeit zu fördern.

Methoden: Das didaktische Konzept des zweitägigen, interprofessionell angelegten Kurses (16 UE á 45min) basiert auf dem Prinzip des problemorientierten Lernens und kombiniert theoretische Grundlagen mit praktischen Übungen am Mikroskop unter Anleitung von einem interprofessionell zusammengesetzten Dozent*innen-Team. Inhaltlich werden in Kleingruppen (2-/3-er Teams) klinische Fallsituationen von der Blutentnahme bis zur Befunderstellung erörtert. Das Unterrichtsformat wurde mittels online-Fragebogen nach dem zweitägigen Kurs evaluiert und getrennt nach den Teilnehmergruppen ausgewertet.

Ergebnisse/Diskussion: Das neu entwickelte Lehrkonzept wurde in zwei zeitlich getrennten Durchläufen (07/2023 & 07/2024) evaluiert. Insgesamt nahmen 12 Medizinstudent*innen im Praktischen Jahr (PJ) und 10 MTL-Schüler*innen an der Evaluation der Kurse teil – die Rücklaufquote lag bei 100%. Beide Teilnehmergruppen gaben an, durch den Kurs die Notwendigkeit interprofessioneller Zusammenarbeit sehr gut nachvollziehen zu können, über ihre Rolle und ihre Aufgaben in einem interprofessionellen Team nachgedacht und einen guten Überblick über die verschiedenen Aspekte der interprofessionellen Zusammenarbeit erhalten zu haben. Der interprofessionelle Austausch wurde in beiden Teilnehmergruppen als sehr positiv hervorgehoben. Die Kommunikation in den Kleingruppen war rege und wertschätzend. Die gesamte Veranstaltung wurde von den PJ-Student*innen mit 1,1 und von den MTL-Schüler*innen mit 1,8 bewertet (Skala 1 bis 5) und als besonders wertvoll für die spätere berufliche Tätigkeit angesehen – beide Teilnehmergruppen wünschten sich mehr gemeinsame Unterrichtsformate. Das interaktive Arbeiten in interprofessionellen Kleingruppen hat sich im neuen Unterrichtsformat bewährt.

Take Home Message: Im Rahmen des Pilot-Kurses konnten sowohl diagnostische Lehrinhalte vermittelt als auch die Reflektion über die eigene Rolle im interprofessionellen Team angeregt werden. Die Implementierung interprofessioneller Lehrformate in das Medizinstudium und die MTL-Ausbildung kann einen wichtigen Schritt darstellen, um die Kommunikation und die Qualität der Zusammenarbeit im späteren Berufsleben zu verbessern.