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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Standortübergreifender Transfer einer Lernbegleitendenqualifizierung für interprofessionelle Ausbildungsstationen in einen neuen klinischen Kontext

Sylvia Schrempf - Universität Tübingen, Medizinische Fakultät, Bereich Studium und Lehre, Tübingen, Deutschland; Universität Tübingen, Medizinische Fakultät, Tübingen Institute for Medical Education (TIME), Tübingen, Deutschland
Claudia Astrid Apel - Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät, Institut für Didaktik und Lehrforschung in der Medizin, Dresden, Deutschland
Anne Herrmann-Werner - Universität Tübingen, Medizinische Fakultät, Tübingen Institute for Medical Education (TIME), Tübingen, Deutschland
Jan Griewatz - Universität Tübingen, Medizinische Fakultät, Tübingen Institute for Medical Education (TIME), Tübingen, Deutschland
Anne Röhle - Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät, Institut für Didaktik und Lehrforschung in der Medizin, Dresden, Deutschland
Marjo Wijnen-Meijer - Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät, Institut für Didaktik und Lehrforschung in der Medizin, Dresden, Deutschland
Eva Bibrack - Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät, Institut für Didaktik und Lehrforschung in der Medizin, Dresden, Deutschland

Text

Problembeschreibung/Zielsetzung: Interprofessionelle Zusammenarbeit ist für Patient*innensicherheit essenziell [1], [2]. Interprofessionelle Ausbildungsstationen (IPSTAs) fördern interprofessionelle Kompetenzen im klinischen Setting. Voraussetzung ist qualifizierte Lernbegleitung jenseits klassischer Anleitung [3]. Am Universitätsklinikum Dresden wird eine IPSTA auf der Stroke Unit pilotiert; ein strukturiertes Qualifizierungsangebot für interprofessionelle Lernbegleitende fehlte bislang. In Kooperation mit dem Universitätsklinikum Tübingen wird ein dort etabliertes Qualifizierungskonzept transferiert und kontextspezifisch adaptiert. Ziel ist neben der grundsätzlichen Qualifizierung die systematische Ableitung übertragbarer Gelingensbedingungen.

Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Transferiert wird ein Blended-Learning-Qualifizierungskonzept für ärztliche und pflegerische Lernbegleitende. Die Übertragung erfolgt in enger Zusammenarbeit beider Standorte und wird an die Lern- und Arbeitsbedingungen der Stroke Unit angepasst. Dafür werden die lokalen Lehr-Lern-Rahmenbedingungen systematisch erhoben, die tragenden didaktischen Elemente des Programms als unverzichtbare Bestandteile beschrieben und kontextspezifische Anpassungen entwickelt. Begleitend wird eine formative, qualitätsentwicklungsorientierte Evaluation durchgeführt. Sie erfasst neben Akzeptanz und Zufriedenheit insbesondere Gelingensbedingungen und „lessons learned“ des Transfers.

Ergebnisse: Der Transfer der Qualifizierung wird in Dresden im Rahmen im Anschluss an die erfolgte Pilotierung der IPSTA auf der Stroke-Unit erprobt. Erwartet wird, dass die Teilnehmenden durch das kombinierte E-Learning und Präsenzformat zentrale Kompetenzen der interprofessionellen Lernbegleitung erwerben und diese standortspezifisch umsetzen können.

Zum Zeitpunkt der Einreichung liegen noch keine Ergebnisdaten vor; Ergebnisse, zentrale Adaptionen und priorisierte Schlüsselaspekte der Übertragung werden auf der Tagung vorgestellt.

Diskussion: Standortübergreifender Transfer didaktischer Konzepte erfordert eine Balance zwischen Konzepttreue und kontextspezifischer Anpassung. Zu beachten sind insbesondere Entscheidungswege, Rollen- und Zuständigkeitsklärung, „protected time“, Leitungssupport, interprofessionelle Co-Lehre sowie inhaltliche Passung. Der Beitrag operationalisiert diese Bedingungen als praxistaugliche Checkliste und liefert damit Anhaltspunkte für Verstetigung und Skalierung

Take-Home-Messages: Der geplante Transfer einer interprofessionellen Lernbegleitendenqualifizierung bietet die Chance, bestehende Expertise standortübergreifend nutzbar zu machen und zugleich kontextsensitiv weiterzuentwickeln. Der Beitrag diskutiert konzeptionelle Überlegungen, Gelingensbedingungen und Herausforderungen dieses Transfers und versteht sich als Impuls für andere Standorte, Qualifizierungsformate für interprofessionelle Lernbegleitung systematisch aufzubauen und zu adaptieren.


References

[1] World Health Organization. Framework for action on interprofessional education and collaborative practice. Geneva: WHO; 2010.
[2] Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. Leitfaden „How to IPSTA“ – Version 1.0.2. Berlin: bvmd; 2018. Zugänglich unter/available from: https://www.bvmd.de/wp-content/uploads/2021/04/Leitfaden_How_to_IPSTA_-_Version_1.0.2.pdf
[3] Sottas B. Handbuch für Lernbegleiter auf interprofessionellen Ausbildungsstationen: Gemeinsam besser werden für Patienten. Stuttgart: Robert Bosch Stiftung GmbH; 2020.