Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
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Projekt „Aanki“: Implementierung einer studentisch selbstverwalteten Anki-Karteikartensammlung im Modellstudiengang Medizin Aachen
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Problembeschreibung/Zielsetzung: Digitale Karteikartenprogramme, die auf der Methode spaced repetition basieren, werden zunehmend zur Prüfungsvorbereitung im Medizinstudium eingesetzt [1], [2]. Die vom bvmd-Projekt „Ankizin“ bereitgestellte Sammlung umfasst über 46.000 Karten und dient insbesondere der Vorbereitung auf den zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M2).
Aanki verfolgt das Ziel, die Ankizin-Sammlung curricular an den Modellstudiengang Humanmedizin der RWTH Aachen (MSG) anzupassen und zu erweitern. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der semesterübergreifenden Vernetzung von Karteikarten zur Förderung longitudinalen Lernens.
Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Seit dem Wintersemester 2023/24 selektiert und ergänzt ein Team aus Studierenden für das Curriculum relevante Karteikarten. Wiederkehrende Inhalte werden über bereits vorhandene Karten vernetzt.
Die Qualitätssicherung und Versionskontrolle erfolgt kollaborativ über das Open-Source-Add-on AnkiCollab, Lehrende werden auf Wunsch in die inhaltliche Kontrolle und Kommentierung involviert. Zudem ist eine formale Evaluation in Form von Umfragen und Nuztungsstatistiken geplant.
Ergebnisse: Stand Februar 2026 umfasst der Gesamtstapel über 90.000 Karten und deckt die Inhalte von neun Fachsemestern vollständig ab.
912 von 2147 (42%) der Studierenden des MSG nutzen den Stapel. Zusätzlich wurde ein Lernplan für die lokale Physikum-Äquivalenzprüfung entwickelt und bereitgestellt. Informelles Feedback ist überwiegend positiv, besonders hervorgehoben werden Qualität der Aufbereitung und semesterübergreifende Vernetzung.
Diskussion: Die Aanki-Karteikartensammlung wird von Studierenden gut angenommen und unterstützt die langfristige Konsolidierung curricularer Inhalte sowie die Prüfungsvorbereitung. Limitationen ergeben sich durch eine potenzielle Fragmentierung komplexer Sachverhalte. Karteikarten eignen sich primär zur Festigung von Faktenwissen, weniger zur Vermittlung übergeordneter Zusammenhänge [2].
Die zunehmende Popularität von digitalen Lernmethoden entwickelt sich zu einem großen Teil außerhalb der Einflusssphäre formaler Lehrstrukturen [3]. Eine verstärkte Einbindung von Lehrenden in die inhaltliche Gestaltung sowie curriculare Integration erscheint daher erstrebenswert, um spaced repetition zukünftig ergänzend in bestehende Lehrkonzepte einzubetten.
Ein möglicher Zusammenhang zwischen der Nutzung von spaced repetition und Prüfungsleistungen im deutschen Medizinstudium sollte systematisch untersucht werden.
Take-Home-Messages:
- Aanki integriert die nationale Ressource Ankizin erfolgreich in das Curriculum des Modellstudiengangs Medizin Aachen.
- Die semesterübergreifende Anwendung von spaced repetition unterstützt langfristigen Wissensaufbau.
- Eine strukturierte Einbindung in etablierte Lehrkonzepte kann die Potenziale digitaler Lernformate für die medizinische Ausbildung besser ausschöpfen.
References
[1] Carpenter SK, Pan SC, Butler AC. The science of effective learning with spacing and retrieval practice. Nat Rev Psychol. 2022;1(9):496-511. DOI: 10.1038/s44159-022-00089-1[2] Maye JA, Hurley F. The Effectiveness of Spaced Repetition in Medical Education: A Systematic Review and Meta‐Analysis. Clin Teach. 2026;23(2):e70353. DOI: 10.1111/tct.70353
[3] French BN, Marxen TO, Akhnoukh S, Novack J, Van Anderlecht K, Jung EH, Preston JD, Spicer JO. A call for spaced repetition in medical education. Clin Teach. 2024;21(1):e13669. DOI: 10.1111/tct.13669



