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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Entwicklung und Evaluation einer PJ-Reife-Woche mit dem Ziel einer evidenzbasierten Lehrveranstaltungskonzeption

Dorothea Protte - BG Klinik Hamburg, Hamburg, Deutschland
Maria-Christina Nimmerfroh - Universität Bonn, Medizinische Fakultät, Studiendekanat, Bonn, Deutschland
Bernhard Steinweg - Universität Bonn, Medizinische Fakultät, Studiendekanat, Bonn, Deutschland

Text

Fragestellung/Zielsetzung: In Feedbackrunden mit Bonner Studierenden berichten diese häufig, dass sie sich nur unzureichend auf das Praktische Jahr und die anschließende Assistenzarztzeit vorbereitet fühlen. Die am Universitätsklinikum Bonn durchgeführte PJ-Einführungswoche soll die Einarbeitungszeit in den Kliniken verringern und eine realistische Einschätzung der eigenen Kompetenzen ermöglichen. Ziel ist die systematische, evidenzbasierte Weiterentwicklung der vermittelten Inhalte und Lehrformate mittels geeigneter Evaluationsverfahren [1].

Methoden: Die PJ-Einführungswoche wurde iterativ curricular weiterentwickelt, mit einer Transformation von überwiegend Plenumsformaten hin zu praxisorientierten Hands-On-Workshops entlang einer strukturierten Patient Journey [2]. Die Modifikationen erfolgten auf Grundlage von Rückmeldungen seitens der Studierenden und Lehrenden [3], der Erfassung ausgewählter NKLM-Lernziele (Selbstbeschreibung der Studierenden), von OSCE-Prüfungsergebnissen, klinischen Anforderungsprofilen sowie antizipierten zukünftigen Kompetenzbedarfen. Zusätzlich wurden Evaluationen nach Absolvierung des PJ miteinbezogen.

Ergebnisse: Nach Veränderungen in Lehrformen und Inhalten schätzten Studierende 64% der Inhalte der Einführungswoche als relevant für ihren zukünftigen PJ-Alltag ein. Die 16 Workshops wurden auf einer Schulnotenskala im Durchschnitt mit 2,2 bewertet (Minimum 1,5, Maximum 3,3). Die selbstberichteten Lernzuwächse zeigten keine konsistenten Effekte, sondern lediglich einen subjektiv empfundenen Kompetenzgewinn.

Diskussion: Da die Rückmeldungen der Studierenden und die Anforderungen der Kliniken oft nicht kongruent sind und zukünftige Entwicklungen nicht berücksichtigen, ist eine interdisziplinäre expertengestützte Abwägung von Inhalten und Methoden erforderlich. Als herausfordernd in der Lehrpraxis stellt sich die Gestaltung der interprofessionellen Inhalte dar. Multimodale Evaluationsdesigns sind erforderlich.

Take-Home-Message: PJ-Einführungswochen stellen ein relevantes Instrument zur Förderung klinischer Handlungskompetenz dar, Parcourstationen zur Kontrolle des Lernerfolgs sind sinnvoll. Zur zielgerichteten Weiterentwicklung reichen Rückmeldungen über die Zufriedenheit oder den empfundenen Lernerfolg der Studierenden alleine nicht aus.


References

[1] Heidemann LA, Rustici M, Buckvar-Keltz L, Anderson A, Plant J, Morgan HK, Goforth J, Atkins KM. Transition to Residency Courses: Recommendations for Creation and Implementation. J Med Educ Curric Dev. 2024;11:23821205231225009. DOI: 10.1177/23821205231225009
[2] Blackmore C, Austin J, Lopushinsky SR, Donnon T. Effects of Postgraduate Medical Education “Boot Camps” on Clinical Skills, Knowledge, and Confidence: A Meta-Analysis. J Grad Med Educ. 2014;6(4):643-652. DOI: 10.4300/JGME-D-13-00373.1
[3] Carasco C, Wang H, Orhan O. Foundation year-1 transition course: from medical student to first year doctor. Future Healthc J. 2022;9(Suppl 2):64-65. DOI: 10.7861/fhj.9-2-s64