Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Kompetenzprofil für „Advanced Clinician Educators (ACE)“ – ein nationales Basiskonzept zur Qualitätsentwicklung der ärztlichen Weiterbildung in Klinik und Praxis
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Problembeschreibung/Zielsetzung: Im Rahmen der Weiterentwicklung der Kompetenz-basierten ärztlichen Weiterbildung ergibt sich ein Bedarf für medizindidaktisch kompetente Ärzt*innen an den Weiterbildungsstätten in Klinik und Praxis. Das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) sieht vor, dass zukünftig jede Weiterbildungsstätte in Klinik und Praxis die Position einer weiterbildungsverantwortlichen Fachperson mit einer zertifizierten medizindidaktischen Qualifikation ausweist. Das Ziel des vorliegenden Projekts war es, ein Kompetenzprofil für ärztliche Weiterbildende, hier „Advanced Clinician Educators“ (ACE) genannt, zu entwickeln, welches auf die medizinische Versorgung in der Schweiz abgestimmt und für sämtliche Weiterbildungsstätten in Klinik und Praxis anwendbar ist.
Projektbeschreibung: Durch die Schweizerische Medizinische Interfakultätenkommission (SMIFK) wurde eine nationale Arbeitsgruppe damit beauftragt, ein Profil für ärztliche Weiterbildende zu entwickeln. Die Arbeitsgruppe wurde von der Präsidentin des SIWF geleitet. Sie setzte sich aus Vertreter*innen Medizinischer Fakultäten, Leiter*innen von Fortbildungsprogrammen in Medizindidaktik, Mitgliedern von Arbeitsgruppen zur Umsetzung kompetenzbasierter Weiterbildungsprogramme und einer Vertreterin der Medizinstudierendenvereinigung zusammen. In iterativen Diskussionsrunden entstand zwischen Juli 2022 und Dezember 2024 ein Kompetenzprofil für den ACE.
Ergebnisse: Basierend auf den Ergebnissen der Diskussion der nationalen Arbeitsgruppe wurde ein Bildungsportfolio für fortgeschrittene klinische Weiterbildende (Advanced Clinician Educator) erarbeitet, welches folgende Kernaktivitäten umfasst: globale Bildungsaufgaben wie z.B. Mentoring/Coaching der Weiterzubildenden, Einzelunterricht wie z.B. Bedside Teaching, strukturierter Unterricht z.B. in Seminaren oder Workshops sowie die Planung von Kurszyklen z.B. im Rahmen von Praxisassistenzen oder im Bereich Faculty Development. Diese wurden mit den Kompetenzbereichen des AoME Professional Standards Framework [https://www.medicaleducators.org/Professional-Standards] abgeglichen. Damit konnten spezifische Kursziele und -inhalte definiert werden mit der Perspektive, landesweit verfügbare medizindidaktische Fortbildungsangebote zu zertifizieren. Für Weiterbildende in der ambulanten Versorgung gelten angepasste Anforderungen.
Diskussion: ACE in Weiterbildungsstätten können als Vorbilder, Multiplikatoren und Akteure für die effektive Umsetzung von Weiterbildungsprogrammen auf lokaler Ebene dienen. Um die Qualität in der Weiterbildung von Ärzt*innen zu verbessern, sollten, die als ACE zertifizierten Personen, idealerweise das lokale Weiterbildungsprogramm verantworten und weiterentwickeln. Medizindidaktische Ausbildungskurse können ihre Kursziele anhand dieser Kriterien anpassen.
Das Konzept kann iterativ an sich ändernde Anforderungen in der ärztlichen Weiterbildung angepasst werden.
Take-Home-Message: Ärztliche Weiterbildende mit dem Kompetenzprofil ACE und dem zugehörigen zertifizierten modularen Fortbildungsangebot könnten die Kompetenz-basierte Weiterbildung und deren Qualitätsentwicklung an Weiterbildungsstätten in Klinik und Praxis fördern.



