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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Teaching on the side – bildungsbezogene Aufgaben, Aktivitäten und Kompetenzen klinisch-ärztlicher Lehrpersonen

Elke Bayha - Universität Bern, Institut für Medizinische Lehre, Abteilung für Assessment und Evaluation, Bern, Schweiz

Text

Hintergrund/Fragestellung: Bei der Einführung von kompetenzbasierten Bildungskonzepten in der Weiterbildungen sind klinische Lehrpersonen wichtige Partner*innen [1]. Die Anwendung valider Bewertungen von Ärzt*innen in der arbeitplatzbasierten Weiterbildung erfordert von Kliniker*innen solides Fachwissen und didaktische Kenntnisse. Medizindidaktische Kompetenzen unterscheiden sich von denen, die für die Ausübung der ärztlichen Tätigkeit erforderlich sind. Um klinische Lehrpersonen auf ihre Aufgaben in der kompetenzbasierten Weiterbildung vorzubereiten, sollten wir die aktuellen Bedürfnisse der Weiterbildungsstätten besser verstehen. Ziel dieser Studie ist es, lehrspezifische Aktivitäten und Zuständigkeiten, die für den klinischen Unterricht in den Schweizer Weiterbildungsstätten im Rahmen der kompetenzbasierten Bildung relevant sind, zu identifizieren.

Methoden: Es wurden semi-strukturierte Interviews mit erfahrenen, weiterbildungsverantwortlichen Ärzt*innen, die über medizindidaktisches Hintergrundwissen verfügen, geführt. Dabei wurden verschiedene medizinische Fachgebiete mit direkter und indirekter Patientenversorgung sowie die ambulante Grundversorgung einbezogen. Mithilfe einer thematischen Analyse konnten Lehrkonzepte der Weiterbildung identifiziert und drei Rollenprofilen zugeordnet werden.

Ergebnisse: Die bildungsbezogenen Aufgaben und Aktivitäten von klinisch-ärztlichen Lehrpersonen wurden den folgenden drei Rollenprofilen, abgestuft nach Erfahrung und didaktischer Verantwortung, zugeschrieben: „Basic Clinician Edcucator“, „ Advanced Clinician Educator“ und „Educational Leader“. Zudem ergaben sich Erkenntnisse dazu, wie sich Ärzt*innen im Verlauf ihrer professionellen Entwicklung zunehmend mit der Rolle der klinischen Lehrperson identifizieren und qualifizieren. Zunächst stehen persönliche Eigenschaften wie Motivation und die Bereitschaft im Vordergrund. Sie sehen sich als Ärzt*innen mit dem starken Wunsch, ihre Erfahrungen an Kolleg*innen weiterzugeben. Diese Eigenschaften befähigen sie schliesslich, neue Unterrichtsaufgaben an ihrem Arbeitsplatz zu übernehmen. Zu Beginn geschieht dieser Prozess häufig unbewusst. Die Teilnahme an medizindidaktischen Schulungen ist in der Regel ein nachgeschaltetes Element, das aufgrund ihres wachsenden Interesses an einer weiteren Professionalisierung in diesem Bereich hinzukommt.

Diskussion: Die identifizierten Lehrkonzepte helfen dabei, Kompetenzprofile für die verschiedenen Rollen von klinischen Lehrpersonen zu entwerfen. Damit sich Ärzt*innen auch als qualifizierte Lehrpersonen entwickeln, sind didaktische Rollenvorbilder und persönliches Engagement notwendig. Frühzeitig didaktische Fähigkeiten zu fördern und die explizite Erwartung sich in die Lehre einzubringen, könnten diese Entwicklung gezielt unterstützen.


References

[1] Cooper D, Holmboe ES. Competency-Based Medical Education at the Front Lines of Patient Care. Reply. N Engl J Med. 2025;393(15):376-388. DOI: 10.1056/NEJMra2411880