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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Bullshitbingo – lehrreich, praktisch, gut

Anne Röhle - TU Dresden, Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum, Institut für Didaktik und Lehrforschung in der Medizin, Bereichsverwaltung – Stabsstelle Gleichstellungs- und Diversitymanagement, Qualitäts- und medizinisches Risikomanagement, Dresden, Deutschland
Christina Zimmermann - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Gleichstellungsbeauftragte Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Dresden, Deutschland; Direktion Qualitäts- und medizinisches Risikomanagement, Dresden, Deutschland
Andreas Hanel - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden, Direktion Qualitäts- und medizinisches Risikomanagement, Dresden, Deutschland

Text

Kontext/Problemstellung: Lehre, Patientensicherheit und Gleichstellungsarbeit haben oft eines gemeinsam: sogenannte „Bullshit“-Phrasen oder Killerargumente, die in Projekten und Diskussionen über notwendige Veränderungen beständig verwendet werden. Ursache kann der Wunsch sein, Privilegien zu behalten, vermeintliche Sicherheit und Stabilität zu gewährleisten oder sogar Innovationen, die Unsicherheit in Form von Veränderung mit sich bringen, zu vermeiden. Diese Phrasen und „Argumente“ können bei Change-bejahenden Akteur*innen zu Sprachlosigkeit und Stagnation im Prozess führen.

Um veränderungsaffine Personen zu empowern und diesen vermeintlichen Argumenten entgegenzuwirken und den Unterricht interaktiv zu gestalten, präsentieren wir ein dreiteiliges Bullshit-Bingo – drei Themen (Lehre, Patientensicherheit und Gleichstellungsarbeit) in drei Umsetzungsmethoden. Das Bullshit-Bingo-Format verbindet dabei Gamification mit Wissensvermittlung und kann mit einer Prise Humor dazu beitragen, starre Verhaltensmuster und Widerstände gegen Veränderungen abzubauen.

Im Rahmen von Studium und Ausbildung, der Fort- und Weiterbildung sowie der Qualifikation von studentischen Tutor*innen setzen die Autor*innen am Standort Dresden bereits verschiedene interaktive und moderne Methoden ein. Je nach Zielgruppe, Veranstaltung und Lernziel liegt der Schwerpunkt beim Bullshit-Bingo auf dem Training des Umgangs mit oder der Klärung der Motivation oder des Ziels hinter einem Killerargument.

Welche interaktiven Elemente sind geplant?

Im klassischen Spiel werden die genannten Bullshit-Phrasen auf einem Spielplan angekreuzt, sobald sie genannt werden. Die erste Person, die alle Felder markiert hat, ruft „Bingo“.

In einer zweiten Variante des Formats werden die Bullshit-Phrasen entsprechenden Fakten zugeordnet. Dies kann von den Lernenden selbstständig, in einer Gruppendiskussion oder vom Lehrenden in Form einer Vorlesung als Variante der Wissensvermittlung durchgeführt werden.

Das dritte Format nutzt die Visualisierung durch soziometrische Aufstellung. Bullshit-Sätze, Ressentiments und Vorurteile werden hierbei durch die Darstellung der Gleichzeitigkeit von individuellen Aspekten und Gruppenzugehörigkeit erlebt ohne einzelne zu beschämen [https://www.youtube.com/watch?v=TX94T3T6o3w].

Zur GMA möchten die Autor*innen drei Bullshit-Formate in den drei Themenbereichen „Lehre“, „Patientensicherheit“ und „Gleichberechtigung“ spielen. Ziel ist, dass die Teilnehmenden die Spielvarianten als leicht modifizierbare und interaktive Lehrmethode kennenlernen und zeigt die themenübergreifende Relevanz erleben.