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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Patientenrekrutierung für den Integrativen Klinischen Kurs im Fach Kinderzahnheilkunde

Ute Rabe - Universitätsklinikum Jena, Sektion Präventive Zahnheilkunde und Kinderzahnheilkunde, Jena, Deutschland
Pauline Schädlich - Universitätsklinikum Jena, Sektion Präventive Zahnheilkunde und Kinderzahnheilkunde, Jena, Deutschland
Katharina Bach - Universitätsklinikum Jena, Sektion Präventive Zahnheilkunde und Kinderzahnheilkunde, Jena, Deutschland
Ina Manuela Schüler - Universitätsklinikum Jena, Sektion Präventive Zahnheilkunde und Kinderzahnheilkunde, Jena, Deutschland

Text

Hintergrund/Problemstellung: Die neue Zahnärztliche Approbationsordnung verlangt, dass die Studierenden im Integrierten Klinischen Kurses (IKK) erstmals auch Kinder und Jugendliche (KuJ) selbständig zahnärztlich behandeln. Die gut etablierte Kinderzahnheilkunde am Standort Jena verfügt zwar über ein umfangreiches Patientengut, jedoch vorrangig mit komplexen Befunden, Beeinträchtigungen und Verhaltensauffälligkeiten. Diese KuJ sind nur bedingt für die Behandlung im IKK durch Studierende geeignet.

Zielsetzung: Rekrutierung von genügend KuJ mit angemessenen Befunden und ausreichender Compliance für die selbständige Behandlung durch Studierende.

Projektbeschreibung/Methodik: Ein halbes Jahr vor IKK begann die aktive Rekrutierungsphase mit:

  • Persönlicher Ansprache von geeigneten Patient*innen und deren Sorgeberechtigten in den Sprechstunden
  • Gestaltung und Veröffentlichung von zwei Erklär-Videos zur Behandlung durch Studierende auf der Web-Seite der Sektion
    • Ein Video für die Zielgruppe Kind erklärt den Behandlungsablauf, den Behandlungssaal und die Personen (siehe Abbildung 1 [Abb. 1])

    Abbildung 1: KinderKurs - Kinder. Erklär-Video für Kinder über die Behandlung durch Studierende

    • Ein Video für die Zielgruppe Eltern erklärt den Stand Fähigkeiten der Studierenden, und die enge Begleitung der Behandlungen durch die Lehr-Zahnärzt*innen (siehe Abbildung 2 [Abb. 2])

    Abbildung 2: KinderKurs – Eltern. Erklär-Video für Eltern über die Behandlung durch Studierende

  • Einsatz sozialer Medien (Instagram-Account des UKJ)
  • Aushänge und Gespräche in den gruppenprophylaktisch betreuten Kitas

Die persönlichen Ansprachen und die Erklär-Videos vermittelten die Bedeutung einer guten Ausbildung im Fach Kinderzahnheilkunde für eine optimale zahnärztliche Versorgung von KuJ, den bereits erworbenen Kenntnis- und Fähigkeitsstand der Studierenden und die Gewährleistung der Patientensicherheit durch eine enge Supervision der studentischen Behandlungen durch erfahrene Kinder-Zahnärzt*innen.

Ergebnisse: Mit diesem Rekrutierungsprozess wurden Patient*innen für insgesamt 115 Behandlungssitzungen generiert, wobei die Studierenden bis zu 7 KuJ zwischen 1 und 17 Jahren selbständig betreuten. Alle Kinder und Jugendliche sowie deren Sorgeberechtigte willigten nach einer ersten Behandlung durch Studierende ein, auch die nächsten Termine in diesem Setting wahrzunehmen.

Diskussion: Aus den Rückmeldungen und der Altersstruktur der KuJ ist ablesbar, dass insbesondere die persönliche Ansprache und die Erklär-Videos zum Rekrutierungserfolg beitrugen. Der Prozess wird fortgesetzt, da in den folgenden Jahren größere Jahreskohorten erwartet werden.

Die Studierenden und Lehr-Zahnärzt*innen legen großen Wert auf eine hervorragende zahnärztliche Versorgung in einer angenehmen Atmosphäre, damit die rekrutierten KuJ wiederholt im Kurs durch Studierende behandelt werden können.

Take-Home-Message: Eine effektive Rekrutierung von KuJ für die zahnärztliche Behandlung durch Studierende im Rahmen der klinischen Ausbildung kann mit persönlicher Ansprache in Verbindung mit motivierenden zielgruppenorientierten Erklär-Videos gelingen (siehe Abbildung 1 [Abb. 1] und Abbildung 2 [Abb. 2]).