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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Qualifizierter Unterricht an Patient*innen in der Zahnmedizin – didaktische Neukonzeption eines strukturierten, kompetenzorientierten Lehrformats am Übergang von der vorklinischen zur klinischen Ausbildung

Stephanie Viebranz - Universitätsklinikum Jena, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde, Jena, Deutschland
Marco Dederichs - Universitätsklinikum Jena, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde, Jena, Deutschland
Ina Manuela Schüler - Universitätsklinikum Jena, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Poliklinik für Kieferorthopädie, Sektion Präventive Zahnheilkunde und Kinderzahnheilkunde, Jena, Deutschland

Text

Problembeschreibung/Zielsetzung: Der Übergang von der vorklinischen Ausbildung zur ersten eigenständigen Patientenbehandlung stellt eine zentrale Herausforderung in der zahnmedizinischen Lehre dar [1]. Bestehende Übergangsformate sind häufig wenig strukturiert und nur begrenzt kompetenzorientiert [2]. Ziel dieses Projekts war die Konzeption, Implementierung und Evaluation einer qUaP-Woche (Qualifizierter Unterricht an Patient*innen), die Studierende systematisch, modular, curricular verankert und kompetenzorientiert auf den klinischen Abschnitt vorbereitet.

Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Die qUaP-Woche wurde im 7. Fachsemester an der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Werkstoffkunde des Universitätsklinikums Jena implementiert. Das Lehrkonzept basierte auf dem Constructive Alignment, dem Tell–Show–Do-Prinzip und Blended Learning. Vier thematische Module (Anamnese und Befund, Abformungen, Gesichtsbogen und Kieferrelationsregistrate, prothetischer Bereitschaftsdienst) kombinierten theoriegeleitete Einführungen, Demonstrationen an realen Patient*innen, zeitlich versetzte praktische Übungsphasen sowie strukturierte Briefing- und Debriefing-Formate. Ergänzend wurden digitale Lehrvideos, Skripte und formative Tests über eine Moodle-Plattform bereitgestellt. Die Lehrveranstaltung schloss mit einem interdisziplinären OSCE ab. Die Evaluation erfolgte retrospektiv mittels standardisierter studentischer Lehrevaluation mit quantitativen Skalen und qualitativen Freitextkommentaren.

Ergebnisse: Die qUaP-Woche wurde von den Studierenden sehr positiv bewertet. Die Lernziele wurden als klar, transparent und praxisrelevant wahrgenommen. Besonders positiv wurden die strukturierte Lernorganisation, der hohe Praxisbezug sowie die Qualität der Demonstrationen an realen Patient*innen bewertet. Die Studierenden betonten einen deutlichen subjektiven Lernzuwachs, gesteigerte Handlungssicherheit und eine bessere Vorbereitung auf die klinische Patientenversorgung.

Diskussion: Die Ergebnisse verdeutlichen die Stärken der qUaP-Woche als strukturiertes, kompetenzorientiertes Lehrformat im Übergang zur klinischen Ausbildung. Die enge Verzahnung von Lernzielen, Lehrmethoden und Prüfungsformat sowie die Kombination aus patientennaher Präsenzlehre, Blended Learning und OSCE fördern aktive Lernprozesse und curriculare Verbindlichkeit. Das Konzept bietet ein hohes Potenzial für Verstetigung, Weiterentwicklung und die Übertragbarkeit auf andere klinische Lehrformate.

Take-Home-Messages:

  • qUaP strukturiert den Übergang in die klinische Ausbildung.
  • Constructive Alignment sichert didaktische Kohärenz.
  • Tell–Show–Do fördert klinische Handlungskompetenz.
  • Blended Learning ergänzt patientennahe Lehre effektiv.
  • OSCE stärkt die curriculare Verbindlichkeit.

References

[1] Orsini C, Binnie V I, Fuentes F, Ledezma P, Jerez O. Implications of motivation differences in preclinical-clinical transition of dental students: a one-year follow-up study. Educ Méd. 2016;17(4):193-196. DOI: 10.1016/j.edumed.2016.06.007
[2] Jazzar A, Gadi R, Rajeh M, AlDehlawi H, Alhamed S, Badeeb T. Dental students’ perspective of transitioning from Pre-Clinical to clinical practice. Adv Med Educ Pract. 2024;15:1271-1283. DOI: 10.2147/AMEP.S482341