Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Implementierung der Prüfung des longitudinalen Lernerfolges zusätzlicher Trainingsmöglichkeiten der Leichenschau in einem Modellstudiengang
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Problembeschreibung/Zielsetzung: Seit langem steht die Qualität der ärztlichen Leichenschau in Deutschland in der Kritik, da es immer wieder zu gravierenden Fehlleistungen kommt. Die Ursachen dafür sind vielschichtig, ein wichtiger Faktor ist die unabhängig von der Spezialisierung bestehende Verpflichtung von Ärzt*innen. Umso mehr ist eine praxisorientierte Ausbildung der Medizinstudierenden zu dieser Thematik erforderlich. Deshalb wurden in den letzten Jahren neben der üblichen Vermittlung in Vorlesungen und Praktikum eine Reihe von erweiterten Lehr-, Lern- und Prüfungskonzepten etabliert. Die dabei angewandten Instrumente der Erfolgskontrolle erfolgten jedoch bislang nur punktuell oder erstreckten sich allenfalls über ein Semester. Für die Prüfung eines longitudinalen Lernerfolges bietet sich zunächst eine überschaubare Kohorte in einem Modellstudiengang an.
Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Im WS 2025/26 durchlaufen die 50 Studierenden im 7. Fachsemester eine SkillsLab-Station zur Leichenschau und Ausfüllung der Todesbescheinigung mit nachfolgender Erfassung des subjektiv erlangten Kompetenzniveaus mittels Fragebogen und Evaluation der Lehrveranstaltung. Im SS 2026 erfolgt im 8. Fachsemester die curriculare rechtsmedizinische Lehre, u.a. mit einem Praktikum am realen Leichnam. Bei den Vorlesungen werden 2 Unterrichtseinheiten in eine Übungseinheit überführt. Dazu wird die Kohorte in zwei gleichgroße Gruppen randomisiert. Eine Gruppe bearbeitet gemeinsam mehrere Fallbeispiele und erhält ein unmittelbares Feedback durch einen rechtsmedizinischen Tutor. Die zweite Gruppe löst die gleichen Fälle selbständig auf einer Lernplattform und erhält ein schriftliches Feedback. Nach den Übungen wird erneut nach dem subjektiven Kompetenzniveau gefragt. Im WS 2026/27 erfolgt im 9. Fachsemester mittels eines OSCEs die objektive Prüfung der Kompetenzen bei der praktischen Leichenschau und Ausfüllung der Todesbescheinigung.
Ergebnisse: Es wird über die Implementierung der zusätzlichen Trainingsmöglichkeiten und die Beurteilung der Konzeption im Verlauf der ersten beiden Semester berichtet.
Diskussion und Take-Home-Messages: Die an den meisten rechtsmedizinischen Standorten praktizierte Vermittlung der Kompetenzen in Vorlesung und Praktikum ist zur langfristigen Verbesserung der Qualität der Leichenschau nicht ausreichend. Mit der vorliegenden Konzeption erfolgt erstmals die Etablierung und Evaluation einer sich über mehrere Semester erstreckenden Erfolgskontrolle zusätzlicher Trainingsmöglichkeiten in einem Modellstudiengang ohne direkte lokale rechtsmedizinische Anbindung. Dabei kommen eine SkillsLab-Station und praktisch orientierte Übungen mit unterschiedlichen Feedbackmethoden in zwei randomisierten Gruppen zur Anwendung. In der Gesamtkonzeption werden die Wertigkeit der unterschiedlichen Übungen und der longitudinale Lernerfolg mittels Fragebogen und Evaluation geprüft, welcher im nachfolgenden Semester mittels einer OSCE-Prüfung objektiviert werden soll.



