Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Knappe Lehr-Ressourcen in Reha-Einrichtungen kompensieren – Entwicklung einer Online-Lernplattform als Blended-Learning-Format vor der Teilnahme an einer Reha-Modulwoche im Praktischen Jahr
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Problembeschreibung/Zielsetzung: Ein aktuelles Needs-Assessment mittels semistrukturierter Interviews durchgeführt mit n=16 PJ-lern (Medizinstudierenden im Praktischen Jahr) von 7 deutschen Universitäten und 2 europäischen Fakultäten am eigenen Standort ergab deutliche Wissensdefizite in allen Bereichen der Rehabilitativen Medizin [1]. Um Rehabilitations- und Präventionsmedizin entsprechend ihrem hohen Stellenwert künftig auch praktisch in der Ausbildung von Medizinstudierenden zu stärken, wurde eine Machbarkeitsstudie (MS) zu diesem Lehrinhalt initiiert.
Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Ein NKLM-orientiertes Reha-Curriculum sowie Performanztests für eine interprofessionelle Reha-Modulwoche für Medizinstudierende im Praktischen Jahr wurde interprofessionell erstellt. Das Curriculum wurde aufbauend auf den bereits existierenden Lernzielen des NKLM und der eingegliederten Lernziele für das Querschnittsfach „Physikalische und Rehabilitative Medizin, Naturheilverfahren“ (PRM-NHV) sowie des GKs angefertigt. Die Pilotierung wurde in einer Reha-Einrichtung mit PJ-lern durchgeführt. Die Evaluation erfolgte im interprofessionellen Dozenten- und Studienteam. Im Anschluss wurde das Curriculum bedarfsbezogen adaptiert und erneut überprüft.
Ergebnisse: Bereits in den ersten Durchläufen des Stundenplans bestätigten sich die Befürchtungen eines „Reha-Wissens- und Kompetenzdefizits“. Dieses Defizit war für das interprofessionelle Team so eklatant, dass ohne weitere Performanzmessung sofortige Anpassungen im Curriculum notwendig waren, um weiterhin den direkten Einsatz der Studierenden am Patienten sicher zu gewährleisten. Dazu wurde ein Blended-Learning-Format (BL) entwickelt, welches vor Antritt zur ReMo absolviert werden soll. Für das Durcharbeiten des Blended Learning-Materials werden ca. 4h benötigt.
Obwohl die Studierenden bereits im letzten Jahr ihrer Ausbildung waren, profitierten sie enorm durch eine online-Bereitstellung von Untersuchungstechniken (z.B. Lehrvideos) sowie einzelner Untersuchungsscores/Assessments. Es zeigte sich in den weiteren Durchläufen, dass durch das zusätzliche Zurverfügungstellen von sozialmedizinischem Lehrinhalten der Lernerfolg signifikant besser wurde.
Zusätzlich konnten sich die Studierenden für das eigenständige Durchführen der spezifischen rehabilitationsmedizinischen EPAs (Entrustable Professional Activites) vorbereiten.
Als positiver Nebeneffekt spiegelte sich eine deutlich höhere Akzeptanz und Zufriedenheit der Patienten wider, da die Studierenden nun die Untersuchungen/Befragungen mit einer höheren Kompetenz ausführen konnten.
Diskussion: Mit der Implementierung des Online-Moduls als BL wird die Voraussetzung geschaffen, um in einer praxisorientierten Reha-Modulwoche die rehabilitativen Lernziele tatsächlich und effizient im interprofessionellen Team zu erreichen.
Take-Home-Message: Durch BL ist unter Einsparung von knappen Personalressourcen eine Fokussierung auf die rehaspezifischen Lernziele möglich.



