Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
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Akzeptanz von OSCE und OSPE bei Studierenden: Ergebnisse einer systematischen Literaturrecherche
Text
Fragestellung: OSCE und OSPE sind etablierte kompetenzbasierte Prüfungsformate in der medizinischen Ausbildung. Während ihre Prüfungsqualität umfassend untersucht ist, wurde die Akzeptanz dieser Formate und deren akzeptanz beeinflussende Faktoren bislang nur unzureichend systematisch aufgearbeitet. Die Berücksichtigung studentischer Wahrnehmung kann eine kontinuierliche Optimierung der Prüfungsgestaltung und des Prüfungserlebens [1] sowie einen positiven Einfluss auf das Lernverhalten der Studierenden haben. Ziel dieser Übersichtsarbeit war es, die Literatur zur Akzeptanz von OSCEs und OSPEs aus Studierendensicht systematisch zu erfassen und zu analysieren.
Methoden: Wir haben eine systematische Literaturrecherche und -auswertung gemäß PRISMA-2020-Richtlinien durchgeführt. Dabei wurde zur Strukturierung das SPIDER-Schema (Sample, Phenomenon of Interest, Design, Evaluation, Research Type) verwendet [2].Die Datenbanken Medline, Web of Science, und Scopus wurden mit relevanten Suchbegriffen zu Akzeptanz, OSPE, OSCE und Studierenden sowie zu deren synonym verwendeten Begriffen durchsucht. Das Abstract- und Volltextscreening erfolgte verblindet durch zwei unabhängige Reviewer*innen anhand von definierten Ein-und Ausschlusskriterien. Diskrepanzen wurden im Konsensverfahren unter Einbeziehung eines dritten unabhängigen Reviewers geklärt. Zur Auswertung der eingeschlossenen Studien werden wir die Definitionen von Akzeptanz (konzeptionell und operativ) sowie Informationen zur Akzeptanz systematisch mittels thematic synthesis extrahieren, nach Ähnlichkeiten gruppieren und deskriptiv darstellen.
Ergebnisse: Die systematische Literaturrecherche ergab insgesamt 2112 Treffer. Nach dem Entfernen von 603 Duplikaten wurden 1509 Abstracts gescreent. Das Abstractscreening zeigte eine Übereinstimmung von 90,7% unserer Entscheidungen. Nach dem Konsensverfahren wurden 150 Publikationen für das Volltextscreening eingeschlossen, welches derzeit umgesetzt wird. Wir erwarten eine fehlende konzeptuelle Einheitlichkeit und eine überwiegend nicht theoriegeleitete Erhebung der Akzeptanz von OSCEs und OSPEs. Vorläufige Ergebnisse zeigten, dass Begriffe wie acceptance, acceptability und satisfaction uneinheitlich und überwiegend ohne Definitionen dieser Konstrukte verwendet werden.
Diskussion: Die konzeptuelle Uneinheitlichkeit und das fehlende theoretical framework zur Akzeptanz unterstreichen die Notwendigkeit für eine klare Definition dieses Konstrukts im Prüfungskontext, sowie für eine fundierte und präzise Beschreibung seiner Dimensionen. Dies erklärt auch, warum bislang nur zwei validierte Instrumente zur quantitativen Erfassung der Studierendenperspektive auf OSCE-basierten Formaten vorliegen [3]. Die vorliegende Arbeit schafft eine evidenzbasierte Grundlage für das Verständnis von Akzeptanz im Prüfungskontext und zeigt Handlungsfelder für eine studierendenzentrierte Weiterentwicklung kompetenzbasierter Prüfungen in der medizinischen Ausbildung.
References
[1] Majumder MA, Kumar A, Krishnamurthy K, Ojeh N, Adams OP, Sa B. An evaluative study of objective structured clinical examination (OSCE): students and examiners perspectives. Adv Med Educ Pract. 2019;10:387-397. DOI: 10.2147/AMEP.S197275[2] Cooke A, Smith D, Booth A. Beyond PICO: The SPIDER Tool for Qualitative Evidence Synthesis. Qual Health Res. 2012;22(10):1435-1443. DOI: 10.1177/1049732312452938
[3] Güney S, Çataldaş SK, Segul T. Psychometric properties of instruments measuring health sciences students’ perceptions of Objective Structured Clinical Examinations: a systematic review. Nurs Open. 2025;12(11):e70341. DOI: 10.1002/nop2.70341



