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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Kompetenzen für ein dynamisches Gesundheitssystem: Eine explorative Mixed-Methods-Studie zur Entwicklung eines professionsübergreifenden Kompetenzrahmens

Gert Ulrich - Careum Stiftung, Strategie & Innovation, Zürich, Schweiz
Anna-Sophia Beese - Careum Stiftung, Zentrum für Gesundheitskompetenz, Zürich, Schweiz
Alexandra Wirth - Careum Stiftung, Strategie & Innovation, Zürich, Schweiz
Christina Meyer - Careum Bildungszentrum, Zürich, Schweiz
Nadin Leonhard - Careum Weiterbildung, Zürich, Schweiz
Jacqueline Martin - Careum Hochschule Gesundheit, Zürich, Schweiz
Carmela Flury - Careum Stiftung, Strategie & Innovation, Zürich, Schweiz

Text

Hintergrund/Fragestellung: Kompetenzrahmen sind zentrale Instrumente zur Beschreibung und Weiterentwicklung professionellen Handelns im Gesundheitswesen. Sie konkretisieren für Fachkräfte jene Kenntnisse, Fertigkeiten und Haltungen, die für eine sichere, wirksame und qualitativ hochwertige Patient*innenversorgung erforderlich sind. Angesichts technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen steigt der Bedarf an einem umfassenden professions- und sektorübergreifenden Kompetenzmodell. Ziel dieser Studie war die Entwicklung eines strukturierten Kompetenzrahmens, der die vielfältigen und dynamischen Anforderungen an Fachpersonen im Gesundheitswesen abbildet.

Methoden: Es wurde eine semi-systematische Literaturrecherche in den Datenbanken CINAHL, Cochrane Library, Embase und Medline sowie in ausgewählter grauer Literatur (Websites, Newsletter) durchgeführt. Relevante Kompetenzen wurden mittels KI-gestützter qualitativer Dokumentenanalyse (ChatGPT 4.0, NotebookLM) identifiziert. Ergänzend wurden Perspektiven aus der Praxis durch eine Fokusgruppe mit Expert*innen aus Bildung und Versorgung einbezogen. Die Strukturierung, Verdichtung und Finalisierung des Kompetenzrahmens erfolgte iterativ in einem internen Gremium bis zum Konsens.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 527 Kompetenzen identifiziert, systematisch aufbereitet und thematisch gebündelt. Der resultierende Kompetenzrahmen umfasst sieben Kompetenzbereiche mit insgesamt 25 Subclustern:

(A) Kooperation, Führung und Systemverantwortung;
(B) Bildung, Forschung und Evidenzbasierung;
(C) Digitale und technologische Kompetenzen;
(D) Kommunikation, Interaktion und soziale Kompetenzen;
(E) Personale und adaptive Kompetenzen;
(F) Nachhaltigkeit und Umweltgesundheit;
(G) Qualität und Patient*innensicherheit.

Diskussion: Der entwickelte Kompetenzrahmen bietet eine strukturierte und ganzheitliche Orientierung zur Förderung zukunftsrelevanter Kompetenzen im Gesundheitswesen und stärkt insbesondere interprofessionelle, systemische, digitale und personale Perspektiven. Der Rahmen kann kontinuierlich durch neue Erkenntnisse, gesellschaftliche Entwicklungen und Praxiserfahrungen weiterentwickelt und aktualisiert werden.

Take-Home-Messages: Im Rahmen dieser Untersuchung wurde ein strukturierter Kompetenzrahmen geschaffen, der Bildungsinstitutionen, Praxisorganisationen und Entscheidungsträger*innen Orientierung für curriculare Transformation, Personalentwicklung und die strategische Ausrichtung an Innovationen im Gesundheitswesen ermöglicht, damit Patient*innen Versorgungssicherheit und -qualität erhalten können.