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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Der Podcast „Medizin vs. Didaktik“ als niedrigschwelliges medizindidaktisches Angebot – Ergebnisse einer Zugriffsanalyse und einer Hörer*innenbefragung

Tim Peters - Universität Bielefeld, Medizinische Fakultät OWL, Referat Studium und Lehre, AG Allgemein- und Familienmedizin, Bielefeld, Deutschland
Robert Kleinert - Universitätsklinik Köln, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Tumor- und Transplantationschirurgie, Köln, Deutschland

Text

Problembeschreibung/Zielsetzung: Lehrende an medizinischen Fakultäten sind unter anderem wegen der hohen Arbeits- und Lehrbelastung oft nur schwer für medizindidaktische Angebote zu erreichen. Podcasts sind in der Medizin eine bewährte asynchrone Methode [1]. Sie werden gut angenommen und erreichen breite Zielgruppen [2], auch wenn über die nachhaltige Effektivität nur schwer Aussagen gemacht werden können [3]. Zielsetzung des Projekts war die Produktion eines medizindidaktischen Podcasts als niedrigschwelliges Angebot sowie die Evaluation von Reichweite und Nutzung.

Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Der Podcast „Medizin vs. Didaktik“ wird seit 2023 für Lehrende produziert. Bis 2025 wurden 4 Staffeln (insgesamt 39 Folgen) veröffentlicht. Die Abrufdaten der genutzten Veröffentlichungsplattform Podigee wurden ausgelesen und deskriptiv ausgewertet. Zudem wurde eine Hörer*innenumfrage als Online-Fragebogen mit MC- und Freitextfragen konzipiert und in der Software Evasys realisiert. Die Umfrage wurde in den Folgen 26-30 über Shownotes verlinkt und in den Folgen beworben. Die Antworten wurden deskriptiv ausgewertet. Bei der qualitativen Analyse der Freitextantworten wurden induktiv Kategorien erstellt.

Ergebnisse: Es gab insgesamt 9559 Abrufe von Podcastfolgen (Mittelwert 245,1 Abrufe/Folge; Min=119 Abrufe, Max=549 Abrufe). 84,0% der Abrufe kamen aus Deutschland, der Rest aus dem Ausland (Top 3: USA (3,2%), Schweiz (2,5%), Österreich (2,4%)). Die Umfrage wurde von n=54 Personen beantwortet. 60,4% sind nicht-klinisch an der Universität tätig, 24,6% an Kliniken (Andere: 15%). 37,0% verorten sich in der Humanmedizin, 18,6% in anderen Gesundheitsberufen, 26,7% in Verwaltungs- und Supportstrukturen von medizinischen Fakultäten (Andere: 17,8%). Gefragt nach dem Primärinteresse antworten 63% „Inhaltlicher Input“, 22,2% „Unterhaltung“, 11,1% „Up-to-date-bleiben“ (Sonstiges: 3,7%). 25,5% gaben an, Inhalte des Podcast in der Lehre genutzt zu haben. Die Shownotes werden mit einer 2,2 (5-Likert-Skala: 1=nie, 5=immer) eher weniger genutzt, ebenso wie Quellen und Links mit einer 1,9.

Diskussion: Die Abrufzahlen und das internationale Interesse übertreffen die Erwartungen der Autoren. Das Publikum ist heterogen, fokussiert auf eine Breite von Hintergründen und nicht dominant auf klinisch Tätige. Die Abrufe schwanken stark je nach Thema. Auch wenn das geäußerte Hauptinteresse der inhaltliche Input ist, wird der Podcast vermutlich eher als allgemeine Informationsquelle und Anregung angesehen und nicht als dezidierter Einstieg in komplexe Themen.

Take-Home-Messages:

  1. Mit medizindidaktischen Podcasts kann niedrigschwellig ein größeres Publikum mit heterogenen Hintergründen erreicht werden.
  2. Hörende suchen inhaltlichen Input und konsumieren ausgewählte Folgen themenspezifisch.
  3. Medizindidaktische Inhalte können im Podcast so aufbereitet werden, dass sie praktische Anwendung finden, auch wenn die Themen nur selten über Shownotes vertieft werden.

References

[1] Zhang E, Trad N, Corty R, Zohrob D, Trivedi S, Rodman A. How podcasts teach: A comprehensive analysis of the didactic methods of the top hundred medical podcasts. Med Teach. 2022;44(10):1146-1150. DOI: 10.1080/0142159X.2022.2071691
[2] Cho D, Cosimini M, Espinoza J. Podcasting in medical education: a review of the literature. Korean J Med Educ. 2017;29(4):229-239. DOI: 10.3946/kjme.2017.69
[3] Kelly JM, Perseghin A, Dow AW, Trivedi SP, Rodman A, Berk J. Learning Through Listening: A Scoping Review of Podcast Use in Medical Education. Acad Med. 2022;97(7):1079-1085. DOI: 10.1097/ACM.0000000000004565