Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Projekt InterPIF: Förderung interprofessioneller Zusammenarbeit und Professional Identity Formation in der Ausbildung der Gesundheitsberufe am Standort Regensburg
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Problembeschreibung/Zielsetzung: Angesichts der zunehmenden Komplexität der Gesundheitsversorgung fordern nationale und internationale Kompetenzrahmen (z.B. NKLM, CanMEDS) in der Ausbildung angehender Gesundheitsfachkräfte neben fachlicher Expertise interprofessionelle Kompetenzen sowie eine reflektierte professionelle Identität.
Das durch die Stiftung Innovation in der Hochschullehre geförderte Projekt InterPIF hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, nachhaltige, curricular integrierte Angebote zur Förderung interprofessioneller Zusammenarbeit und Professional Identity Formation (PIF) für Medizinstudierende und weitere Gesundheitsfachkräfte zu konzipieren, implementieren und evaluieren.
Eine standortweite Bedarfsanalyse unter 213 Medizinstudierenden der Vorklinik und Klinik mittels standardisierter Fragebögen zeigte eine deutliche Diskrepanz zwischen wahrgenommenen Ausbildungsbedarfen und (curricular) vermittelten Studieninhalten, insbesondere in den Bereichen Kommunikation, Selbstfürsorge und berufliche Identität.
Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Zwischen April 2024 und März 2026 wurden verschiedene Lehrformate über alle Ausbildungsphasen hinweg etabliert: Peer-Mentoring, Einführungsvorlesung zu PIF, GTE-Seminare zur Auseinandersetzung mit PIF-relevanten Themen, Seminar zu Resilienz und Selbstfürsorge, strukturierte Vorbereitungen auf Famulaturen und Blockpraktika, interprofessionelles Notfallmanagement sowie die Überarbeitung des PJ-Mentorings.
Parallel wurden Lehrende durch ein InterPIF-Symposium sowie Train-the-Trainer-Formate zu „PIF in der Lehre“ und interprofessioneller Didaktik qualifiziert.
Die Evaluation erfolgte formatbegleitend mittels standardisierter Online-Fragebögen sowie qualitativer Rückmeldungen.
Ergebnisse: Es konnten mehrere nachhaltige und überwiegend curricular verankerte Lehrangebote implementiert werden, die Studierende aller klinischen Semester sowie PJ-Studierende erreichen. Die Angebote für Dozierende und Studierende werden in der Abbildung 1 [Abb. 1] dargestellt. Die Evaluationsergebnisse der Angebote zeigen positive Rückmeldungen sowohl von Studierenden als auch von Dozierenden.
Abbildung 1: Übersicht über die umgesetzten Angebote im Rahmen des Projekts InterPIF
Diskussion: InterPIF verdeutlicht, dass die systematische Verknüpfung von PIF, interprofessionellem Lernen und Lehrendenqualifizierung in einem nachhaltigen Gesamtkonzept umsetzbar ist. Die parallele Einbindung von Studierenden und Lehrenden erwies sich als zentral für eine nachhaltige curriculare Verankerung. Herausforderungen ergaben sich insbesondere bei der Umsetzung interprofessioneller Angebote aufgrund unterschiedlicher Lehrpläne und zeitlicher Ressourcen der Dozierenden. Die entwickelten Konzepte sind grundsätzlich auf andere Standorte übertragbar.
Take-Home-Messages:
- Die Etablierung niedrigschwelliger Angebote zur Förderung von PIF und interprofessioneller Zusammenarbeit ist auch im kurzen Zeitrahmen möglich.
- Nachhaltigkeit erfordert die gezielte Qualifizierung der Lehrenden.



