Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Didaktische Kompetenzen sichtbar machen: Persönliche Lernumgebung für Lehrende an der Medizinischen Fakultät Dresden
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Problembeschreibung/Zielsetzung: Die kompetenzorientierte Neuausrichtung der medizinischen Ausbildung erhöht die Anforderungen an die didaktischen Kompetenzen von Lehrenden [1]. Hochschuldidaktische Qualifizierungsangebote adressieren diese grundsätzlich. Individuelle Voraussetzungen, Entwicklungsstände und Bedarfe werden jedoch oft nur unzureichend berücksichtigt, da der Überblick über den eigenen Entwicklungsstand und leicht zugängliche Informationen fehlen. Vor diesem Hintergrund wurde eine persönliche Lernumgebung (Personal Learning Environment, PLE) entwickelt, die selbstgesteuerte, bedarfsorientierte Kompetenzentwicklung unterstützt, indem sie individuelle Bedürfnisse und Angebote an einer zentralen Stelle bündelt.
Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Die PLE wurde in Moodle umgesetzt und zeigt sämtliche hochschuldidaktischen Weiterbildungsangebote auf Basis- und Vertiefungsniveau übersichtlich. Absolvierte Schulungen werden durch Aktivitätsbalken visualisiert, wodurch der persönliche Entwicklungsstand transparent wird und weiterführende Workshops empfohlen werden. Ein zentrales Element ist ein didaktisches Kompetenzraster, das unterschiedliche Kompetenzniveaus beschreibt und eine strukturierte Selbsteinschätzung ermöglicht [2], [3]. Darauf basierend können individuelle Entwicklungsstände reflektiert und Weiterbildungsbedarfe abgeleitet werden. Lehrende können zudem Teilnahmebescheinigungen hochladen und auf eine zentrale Materialsammlung zugreifen.
Ergebnisse: Das Angebot wurde bislang von 82 Lehrenden genutzt. Eine begleitende Usability-Evaluation läuft derzeit (n=18). Erste Daten zeigen, dass die PLE als übersichtlich und intuitiv bedienbar wahrgenommen wird. Besonders die Kombination aus Kompetenzraster, Selbsteinschätzung und visueller Rückmeldung unterstützt eine differenzierte Reflexion der Kompetenzen. Die Integration in Moodle erleichtert den Zugang und die Nutzung im Lehralltag und wird als Mehrwert für die individuelle Fortbildungsplanung beschrieben.
Diskussion: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine in Moodle integrierte PLE ein geeignetes Instrument zur selbstgesteuerten Kompetenzentwicklung darstellt. Herausforderungen bestehen in der nachhaltigen Implementierung in bestehende Qualifizierungsstrukturen und der Akzeptanz durch die Zielgruppe. Zukünftig soll die PLE technisch weiterentwickelt und noch stärker personalisierbar werden, um auf Basis individueller Kompetenzprofile gezielt passende Angebote empfehlen zu können.
Take-Home-Messages: Die PLE ermöglicht Dozierenden in der Medizin eine selbstgesteuerte, bedarfsorientierte Weiterentwicklung der didaktischen Kompetenz. Durch die zentrale Bündelung von Lernangeboten und Reflexionsmöglichkeiten wird Kompetenzentwicklung zu einem aktiven, kontinuierlichen Prozess. Gleichzeitig bedarf es sorgfältiger Evaluation und Anpassung, um nachhaltige Nutzung und Verstetigung zu gewährleisten.
References
[1] Griewatz J, Simon M, Lammerding-Koeppel M. Competency-based teacher training: a systematic revision of a proven programme in medical didactics. GMS J Med Educ. 2017;34(4):Doc44. DOI: 10.3205/zma001121[2] Eidt E. Kompetenzraster als Instrument der Kompetenzorientierung an Hochschulen: Konstruktion, Nutzungsmöglichkeiten und Diskussion. In: Cendon E, Donner N, Elsholz U, Jandrich A, Mörth A, Wachendorf N, Weyer E, editors. Die kompetenzorientierte Hochschule: Kompetenzorientierung als Mainstreaming-Ansatz in der Hochschule. 2017. p.35-41. DOI: 10.25656/01:1456.
[3] Görlitz A, Ebert T, Bauer D, Grasl M, Hofer M, Lammerding-Köppel M, Fabry G. Core competencies for medical teachers (KLM) - a position paper of the GMA committee on personal and organizational development in teaching. GMS Z Med Ausbild. 2015;32(2):Doc23. DOI: 10.3205/zma000965



