Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Auswirkung eines interprofessionellen Kurses und einer interprofessionellen OSCE-Station auf Medizin- und Pharmaziestudierende
Text
Hintergrund/Fragestellung: Seit 2017 findet ein interprofessioneller Kurs für Pharmazie- und Medizinstudierende der Universität Basel im ersten Masterstudienjahr statt. Im Januar 2023 wurden die Lerninhalte dieses Kurses an einer interprofessionellen OSCE-Station geprüft. Sowohl der Kurs als auch die OSCE-Station wurden in Zusammenarbeit durch Dozierende beider Fakultäten entworfen. Das Szenario der OSCE-Station wurde in gespiegelten Versionen gespielt, in denen die Studierenden der jeweiligen Professionen geprüft werden konnten.
Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen dieses interprofessionellen Kurses, sowie der OSCE-Station auf die Wahrnehmung des interprofessionellen Lernens, der interprofessionellen Beziehungen und der inter-professionellen Identität zu bewerten.
Methoden: Wir verwendeten standardisierte Fragebögen (University of the West of England Interprofessional Questionnaire (UWE), Subskalen „Interprofessionelles Lernen“ und „Interprofessionelle Beziehungen [1]), Expanded Professional Identity Scale EPIS [2]) an vier Messzeitpunkten (vor und nach dem Kurs, sowie vor und nach der Prüfung). Alle vollständig und teilweise ausgefüllten Fragebögen von Medizin- und Pharmaziestudier-enden wurden für die Analyse berücksichtigt. Die Datenanalyse erfolgte deskriptiv unter Verwendung von Mittelwerten und Standardabweichungen.
Ergebnisse: An allen Messpunkten zeigten die Studierenden eine überwiegend positive und stabile Bewertung des interprofessionellen Lernens, der interprofessionellen Beziehungen und der interprofessionellen Identität. Im Zeitverlauf wurden keine relevanten Veränderungen der Mittelwerte festgestellt. Medizinstudierende und Pharmaziestudierende zeigten vergleichbare Antwortmuster (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]).
Abbildung 1: Auswirkung des interkonfessionellen Kurses und OSCE Station auf Pharmazie- und Medizinstudierende
University of the West of England Interprofessional Questionnaire (UWE), Subskalen „Interprofessionelles Lernen“ und „Interprofessionelle Beziehungen“, und Expanded Professional Identity Scale (EPIS) an vier Messzeitpunkten (vor und nach dem Kurs, sowie vor und nach der Prüfung). Gegenüberstellung der Antworten durch Studierende der Medizin und der Pharmazie (arithmetisches Mittel und Standardabweichung).
Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnehmer bereits zu Beginn der Studie eine positive Einstellung gegenüber der interprofessionellen Zusammenarbeit hatten, die im Verlauf des interprofessionellen Kurses und der Prüfung erhalten blieb. Die Studie dient auch als Konzeptnachweis für die Prüfung interprofessioneller Lerninhalte mit gespiegelten OSCE-Stationen, mit welchen Studierende verschiedener Gesundheitsberufen geprüft werden können.
Take-Home-Messages:
- Studierende der Pharmazie und Medizin der Universität Basel zeigen eine durchwegs positive Einstellung.
- Interprofessionelle Lerninhalte können mit interprofessionellen, gespiegelten OSCE-Stationen geprüft werden.
References
[1] Mahler C, Berger S, Pollard K, Krisam J, Karstens S, Szecsenyi J, Krug K. Translation and psychometric properties of the German version of the University of the West of England Interprofessional Questionnaire (UWE-IP). J Interprof Care. 2017; 31(1):105-109. DOI: 10.1080/13561820.2016.1227964[2] Reinders JJ, Nijeholt ML, Van Der Schans CP, Krijnen WP. The development and psychometric evaluation of an interprofessional identity measure: Extended Professional Identity Scale (EPIS). J Interprof Care. 2020;39(5):818-830. DOI: 10.1080/13561820.2020.1713064



