Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
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Interprofessionelles Wundmanagement in der XR-Simulation – Entwicklung eines didaktischen Modells für die hochschulische Pflegeausbildung
Text
Hintergrund/Fragestellung: Die Versorgung chronischer Wunden erfordert evidenzbasierte Kompetenzen und interprofessionelle Zusammenarbeit [1]. Extended Reality (XR) bietet innovative Möglichkeiten für simulationsbasiertes Lernen. Während das Potenzial von XR-Simulationen international zunehmend untersucht wird, fehlen systematische Konzepte für die curriculare Einbettung [2] besonders im deutschsprachigen Raum.
- RQ 1: Welche Lehrinhalte zum Wundmanagement eignen sich für die Integration in eine XR-Simulation?
- RQ 2: Wie können diese in eine modulare curriculare Struktur eingebettet werden, um interprofessionelle Versorgungskompetenz zu fördern?
Ziel ist, Lehrinhalte zum Wundmanagement für XR-Simulationen zu identifizieren und ein didaktisches Modell zu entwickeln, das deren modulare curriculare Einbettung in die hochschulische Pflegeausbildung ermöglicht.
Methoden: Mittels leitfadengestützter Expert*inneninterviews (n=24) und Fokusgruppendiskussion (n=5) wurden Lehrinhalte zum Wundmanagement identifiziert und didaktisch-methodische Handlungsempfehlungen entwickelt. Die Auswertung erfolgte mittels inhaltlich strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse [3].
Ergebnisse:
- RQ 1–Lehrinhalte: Die Expert*innen identifizierten u.a. die Wundbehandlung eines Dekubitus als geeigneten Lerninhalt für XR-Simulationen. Zentral ist dabei die Internalisierung komplexer, prozeduraler Abläufe wie Wundbeurteilung, Dokumentation und Verbandswechsel. Virtuelle interprofessionelle Fallbesprechungen wurden als Format zur Förderung eines evidenzbasierten Begründungsrahmens hervorgehoben.
- RQ 2–Didaktisches Modell: Hinsichtlich der curricularen Einbettung empfehlen die Expert*innen einen progressiven Kompetenzaufbau mit spiralcurricularer Komplexitätssteigerung. Die Simulationen sollten in Vor-, Durchführungs- und Nachbereitungsphasen gegliedert werden. Als interprofessionelle Lehrformate wurden Team-Based Learning und Sequential Simulation benannt. Gamification-Elemente und systematisches Feedback unterstützen die Lernerfolgskontrolle.
Diskussion: Die erfolgreiche Implementierung von XR-Simulationen erfordert eine systematische Verzahnung von Lehrinhalten, curricularer Struktur und didaktisch-methodischer Gestaltung. Die Eignung zur Internalisierung von Handlungsabläufen sowie der progressiven Kompetenzaufbau entsprechen den Befunden zu VR-basiertem interprofessionellem Lernen [2]. Die Generalisierbarkeit ist aufgrund des thematischen Fokus eingeschränkt; die Umsetzung des Modells setzt interprofessionelle Zusammenarbeit voraus.
Take-Home-Messages:
- XR-Simulationen fördern die Internalisierung prozeduraler Abläufe.
- Modulare Strukturierung mit progressiver Komplexitätssteigerung sowie Vor-, Durchführungs- und Nachbereitungsphasen unterstützt nachhaltiges Lernen.
- Team-Based Learning und Sequential Simulation eignen sich als interprofessionelle Rahmenformate.
References
[1] Storck M, Dissemond J, Gerber V, Augustin M. Kompetenzlevel in der Wundbehandlung. Gefässchirurgie. 2019;24(5):388-398. DOI: 10.1007/s00772-019-0550-9[2] Qiao J, Xu J, Li L, Ouyang YQ. The integration of immersive virtual reality simulation in interprofessional education: A scoping review. Nurse Educ Today. 2021;98:104773. DOI: 10.1016/j.nedt.2021.104773
[3] Kuckartz U, Rädiker S. Qualitative Inhaltsanalyse: Methoden, Praxis und Software. 2. Aufl. Thosand Oaks (CA): SAGE Publishing; 2022.



