Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Culinary Dentistry – ein praxisorientiertes Lehrformat zur ernährungsbasierten Prävention oraler Erkrankungen
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Problembeschreibung/Zielsetzung: Trotz der stärkeren präventiven Ausrichtung der neuen zahnärztlichen Approbationsordnung ist der Einfluss der Ernährung auf Mund- und Allgemeingesundheit im zahnmedizinischen Curriculum bislang unzureichend verankert. Karies und Parodontitis sind ernährungsassoziiert und teilen zentrale modifizierbare Risikofaktoren mit nichtübertragbaren Allgemeinerkrankungen. Ziel des freiwilligen Lehrformats „Culinary Dentistry“ ist es, diese Lücke zu adressieren und entsprechende Kompetenzen evidenzbasiert, praxisnah und handlungsorientiert zu vermitteln.
Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Das ergänzend zum Curriculum im 5. Studienjahr angebotene Format kombiniert eine wissenschaftlich fundierte Vorlesung mit einem praktischen Kochkurs. Vermittelt werden ernährungsmedizinische Grundlagen mit Relevanz für orale Erkrankungen (u.a. Zuckerexposition, Ballaststoffzufuhr, Mikronährstoffe, entzündungsmodulierende Nahrungsbestandteile) im Kontext des gemeinsamen Risikofaktorenansatzes.
Im praktischen Kursteil setzen die Studierenden das Wissen in Kleingruppen um, bereiten ein mundgesundes Menü zu und reflektieren die Alltagstauglichkeit.
Die Evaluation erfolgte mittels standardisierter Prä-Post-Befragungen inklusive einer Lehrevaluation auf Basis der Likert-Skala 1-5.
Ergebnisse: Die folgenden Ergebnisse basieren auf einer Teilauswertung der Lehrevaluation der ersten Durchführungsrunde. 30/51 Studierende komplettierten die Lehrevaluation. Der Gesamteindruck wurde sehr positiv bewertet (MW 1,63±0,75, Skala Schulnoten 1-6). Auch die Fähigkeit der Lehrenden, Begeisterung für das Thema zu wecken, wurde günstig eingeschätzt (MW 1,93±0,81, Skala Likert 1-5). Die Relevanz der behandelten Inhalte erhielt ebenfalls hohe Zustimmungswerte (MW 2,03±0,71, Skala Likert 1-5).
In den offenen Rückmeldungen wurden insbesondere der „direkte und offene Umgang“ sowie der ausgeprägte Praxisbezug besonders hervorgehoben.
Diskussion: Das Format schließt eine Lücke zwischen theoretischer Wissensvermittlung und praktischer Umsetzung präventiver Beratung. Der erfahrungsbasierte Ansatz fördert Alltagsnähe, Selbstreflexion und kommunikative Handlungssicherheit. Im Sinne des Gemeinsamen Risikofaktorenansatzes trägt das Konzept sowohl zur oralen als auch zur allgemeinen Gesundheitsförderung bei.
Optimierungspotenziale bestehen in der Bereitstellung begleitender theoretischer Inhalte (ggf. digital) sowie einer stärkeren Berücksichtigung individueller Unverträglichkeiten. Limitationen ergeben sich aus der freiwilligen Teilnahme und selbstberichteten Daten.
Take-Home-Messages:
- Ernährungsbezogenen Prävention ist eine bislang unterrepräsentierte Kompetenzdimension in der zahnmedizinischen Ausbildung.
- Die Verbindung von evidenzbasierter Theorie und erfahrungsorientierter Praxis fördert Motivation und Praxisnähe.
- Interaktive Lehrformate machen den gemeinsamen Risikofaktorenansatz konkret erfahrbar und verbinden orale mit allgemeiner Gesundheitsförderung.



