Logo

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Interprofessionelle Zusammenarbeit im Kreißsaal: Entwicklung und Pilotierung eines Szenarientrainings zur PDK-Anlage für Pjler*innen der Anästhesie und Hebammenstudierende

Eva-Maria Riedl - Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Skills- und Simulationszentrum LernKlinik Leipzig, Leipzig, Deutschland
Katharina Clever - Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Skills- und Simulationszentrum LernKlinik Leipzig, Leipzig, Deutschland
Clemens Ludwig - Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Skills- und Simulationszentrum LernKlinik Leipzig, Leipzig, Deutschland
Anne Trebeck - Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Skills- und Simulationszentrum LernKlinik Leipzig, Leipzig, Deutschland
Valeska Schumann - Universitätsklinikum Leipzig, Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Leipzig, Deutschland
Daisy Rotzoll - Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Skills- und Simulationszentrum LernKlinik Leipzig, Leipzig, Deutschland; Universität Leipzig, Medizinische Fakultät, Institut für Interprofessionelle Simulation in der Medizin (IISIM), Leipzig, Deutschland

Text

Zielsetzung: Die Aufklärung und Anlage eines Peridualkatheters (PDK) stellt das geburtshilfliche Behandlungsteam vor verschiedene Herausforderungen in der interprofessionellen Zusammenarbeit (z.B. Kommunikation unter Wehentätigkeit der Patientin). Ziel der vorliegenden Lehrkooperation war daher die Entwicklung eines interprofessionellen Szenarientrainings für Medizinstudierende im Praktischen Jahr (PJ) und Studierende der Hebammenkunde (HEB) im 5. bzw. 7. Fachsemester.

Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: In Kooperation mit dem Fachbereich Anästhesie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Leipzig wurde an der LernKlinik Leipzig gemeinsam mit studentischen Tutor*innen ein interprofessionelles Szenarientraining mit Simulationsperson (SP) konzipiert und anhand der IPEC-Kriterien interprofessionelle Lernziele formuliert. Die PJler*innen erhielten vor dem Szenarientraining einen separaten Vorbereitungskurs zur PDK-Anlage. Das Szenarientraining selbst beinhaltete die Aufklärung der Patientin sowie eine Katheteranlage als hybride Simulation und wurde durch eine Einführung (u.a. Aktivierung von Vorkenntnissen) sowie ein Debriefing (u.a. Selbstreflexion und Auswertung von Beobachtungsaufträgen) gerahmt. Das Szenarientraining wurde im Wintersemester 2025/26 mit 30 Studierenden (8 PJ, 22 HEB) pilotiert und mithilfe von skalierten und offenen Frageformaten evaluiert.

Ergebnisse: Evaluationsdaten von 20 Studierenden (Rücklaufquote 66,7%) zeigten, dass die Teilnehmenden das Szenarientraining durchschnittlich mit der Note 1,7 bewerteten. Die Teilnehmenden betonten insbesondere die Bedeutung der klar abgrenzbaren Verantwortlichkeiten im interprofessionellen Team während der PDK-Aufklärung und -Anlage sowie der triadischen Kommunikation (Ärzt*in, Hebamme, Patientin) für die Zusammenarbeit und Versorgung der Patientin. Für die Weiterentwicklung des Szenarientrainings wünschten sich Teilnehmende u.a. vor dem Szenario mehr Zeit für interprofessionellen Austausch, um die Einstellungen und Erwartungen der beteiligten Professionen zur PDK-Anlage zu klären. Die Hebammenstudierenden gaben zudem den Wunsch an, neben den kommunikativen und interprofessionellen Herausforderungen, weitere hebammenspezifische Anforderungen (z.B. Monitoring) im Szenario zu integrieren.

Diskussion: Mithilfe eines partizipativen Peer-Teaching-Ansatzes wurden interprofessionelle Herausforderungen in einem geburtshilflichen Setting aufgegriffen und ein authentisches Szenarientraining entwickelt. Auf Basis der Evaluationsergebnisse wird das Szenarientraining für das Wintersemester 2026/27 adaptiert und curricular im 5. Fachsemester der Hebammenkunde sowie im PJ-Curriculum der Anästhesie und Intensivmedizin verankert.

Take-Home-Message: Das Szenario einer PDK-Anlage eignet sich für die Umsetzung eines interprofessionellen Szenarientrainings in der Geburtshilfe für Medizinstudierende im Anästhesie-PJ mit entsprechender praktischer Vorbereitung und Hebammenstudierende im 2. bzw. 3. Studienjahr.