Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Immersion in der pflegerischen Hochschullehre – ein Zürcher Projekt an der Careum Hochschule Gesundheit
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Problembeschreibung/Zielsetzung: Pflegefachpersonen müssen zentrale Skills in der Ausbildung in einer sicheren Umgebung trainieren, um klinische Aufgaben kompetent zu übernehmen und die Patientensicherheit zu wahren [1]. In der pflegerischen Hochschullehre werden dafür häufig Simulationspatient*innen genutzt (z.B. für Clinical Assessment oder Kommunikationstraining). Dies ist kosten- und zeitintensiv. Immersive Technologien ermöglichen interaktive, authentisch-klinische Szenarien und können klassische Lehr-/Lernarrangements in der Hochschullehre sinnvoll ergänzen.
Das Projekt prüft die Potenziale von immersiver Technologie für eine hochwertig-nachhaltige, kompetenzorientierte digitale Lehre in der hochschulischen Pflegebildung. Lehrinhalte werden identifiziert, AR- und VR-Szenarien eingesetzt, ihr methodisch-didaktischer Mehrwert für Lehre und Selbststudium bewertet und curricular verankert. Zudem werden organisatorische, technische und didaktische Voraussetzungen zur Integration in die pflegewissenschaftliche Hochschullehre geklärt.
Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Entwicklung, Einführung und Evaluation erfolgen in zwei unabhängigen Teilprojekten. In einem internationalen Projekt (2020-2022) wurde eine AR-App für die praktische Lehre im Clinical Assessment entwickelt und implementiert. Ergänzend nutzen Studierende aktuell eine VR-App für Anatomie sowie eine browserbasierte, KI-gesteuerte VR-App zum Kommunikationstraining im Selbststudium. Konzeption, Implementierung und Evaluation dieser Tools erfolgen im aktuellen Projekt.
Der Nutzen der AR-App wurde im ersten Teilprojekt mittels schriftlichem Fragebogen bei Pflegestudierenden erhoben und an anderer Stelle präsentiert. Die VR-Anatomie-App und das browserbasierte, KI-gesteuerte VR-Kommunikationstraining werden mit einem Online-Fragebogen (4-stufige Likert-Skala) evaluiert, angelehnt an die System Usability Scale [2].
Ergebnisse: Die AR-App ist seit 2022 fester Bestandteil der klinischen Lehre in den Pflegestudiengängen der Aus- und Weiterbildung. Ergebnisse der Online-Befragung zur browserbasierten, KI-gesteuerten VR-App (Nutzen und weitere Items) werden am Kongress vorgestellt.
Diskussion: Die Kombination klassischer und immersiver Hochschullehre ermöglicht mehrdimensionales Lernen [3]. Die Diskussion zur Immersion wird bisher häufig kompetenz- und technikorientiert geführt; zusätzlich ist das Erleben der Immersion zu berücksichtigen. Entscheidend ist, inwieweit Studierende bereit sind, sich auf Szenarien einzulassen, Aufmerksamkeit auf die Lernsituation zu richten und Inhalte aufzunehmen.
Take-Home-Messages: Immersive Technologien bieten vielseitige Einsatzmöglichkeiten und fördern den Kompetenzerwerb von Pflegestudierenden. Dies gelingt nur, wenn institutionelle Voraussetzungen erfüllt sind und die Tools didaktisch-methodisch in bestehende Lehr-/Lernarrangements integriert werden.
References
[1] Shorey S, Ng ED. The use of virtual reality simulation among nursing students and registered nurses: A systematic review. Nurse Educ Today. 2021;98:104662. DOI: 10.1016/j.nedt.2020.104662[2] Brooke J. SUS: a “quick and dirty” usability scale. In: Jordan PW, Thomas B, Weerdmeester BA, McClelland AL, editors. Usability Evaluation in Industry. London: Taylor and Francis; 1996.
[3] Ryan GV, Callaghan S, Rafferty A, Higgins MF, Mangina E, McAuliffe F. Learning Outcomes of Immersive Technologies in Health Care Student Education: Systematic Review of the Literature. J Med Internet Res. 2022;24(2):e30082. DOI: 10.2196/30082



