Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Next Level Education: Moderne 3D-Drucktechnologien zur Entwicklung realitätsnaher Simulationsmodelle für die zahnmedizinische Lehre
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Hintergrund: Die fortschreitende Digitalisierung sowie der Einsatz additiver Fertigungstechnologien eröffnen neue didaktische Perspektiven für die zahnmedizinische Ausbildung. Insbesondere 3D-gedruckte Simulationsmodelle bieten das Potenzial, traditionelle Lehrkonzepte zu ergänzen und praxisnahe Trainingsbedingungen zu schaffen. Ziel der Untersuchung war es, den Einsatz moderner 3D-Drucktechnologien zur Entwicklung realitätsnaher dentaler Simulationsmodelle darzustellen und den Mehrwert für die zahnmedizinische Lehre zu evaluieren.
Methoden: Grundlage der Modellentwicklung bildeten anonymisierte digitale Daten humaner Zähne, die mit spezialisierten Softwareprogrammen segmentiert, digital aufbereitet und für die additive Fertigung optimiert wurden. Durch den Einsatz unterschiedlicher Materialien und Farbgebung konnten anatomische Strukturen wie Schmelz, Dentin und Pulpa differenziert abgebildet werden. Die Herstellung erfolgte mittels moderner 3D-Druckverfahren, die eine reproduzierbare, präzise und kosteneffiziente Fertigung der Simulationsmodelle ermöglichen.
Im Rahmen einer prospektiven Untersuchung wurden die entwickelten Modelle in der zahnmedizinischen Lehre eingesetzt. Studierende verschiedener Ausbildungsabschnitte nutzten die 3D-gedruckten Simulationsmodelle zur Durchführung prothetischer Präparationsübungen. Anschließend erfolgte eine subjektive Evaluation hinsichtlich Realitätsnähe, Lernerfolg und wahrgenommener klinischer Relevanz mittels eines standardisierten Online-Fragebogens. Eine vorgelagerte Pre-Evaluation diente der Validierung des Erhebungsinstruments sowie der Identifikation potenzieller funktioneller Optimierungen der Simulationsmodelle. Die statistische Auswertung wurde mit einem Signifikanzniveau von p < 0,05 durchgeführt.
Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass die Entwicklung realitätsnaher Simulationsmodelle unter Nutzung moderner 3-D-Drucktechnologien technisch umsetzbar und reproduzierbar ist (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]). Die Studierenden bewerteten insbesondere die anatomische Differenzierung und visuelle Orientierung als lernunterstützend. Die realitätsnahe Darstellung der dentalen Strukturen förderte das Verständnis präparativer Zusammenhänge und wurde im Hinblick auf die klinische Vorbereitung als deutlich vorteilhaft eingeschätzt. Insgesamt zeigte sich eine hohe Akzeptanz der additiv gefertigten Modelle gegenüber konventionellen Lehrmodellen.
Abbildung 1: Vollanatomisches realitätsnahes Simulationsmodell
Diskussion: Die Ergebnisse zeigen, dass 3D-gedruckte dentale Simulationsmodelle eine realitätsnahe, reproduzierbare und didaktisch wertvolle Ergänzung konventioneller Lehrformate darstellen. Die hohe Akzeptanz und wahrgenommene klinische Relevanz unterstreichen ihr Potenzial für eine nachhaltige curriculare Integration in die präklinische und klinische zahnmedizinische Ausbildung.
Take-Home-Message: Realitätsnahe Simulationsmodelle ermöglichen ein praxisorientiertes Training unter kontrollierten Bedingungen und bieten ein hohes Potenzial für die curriculare Integration in die zahnmedizinische Ausbildung.



