Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Immersive 3D-Simulation vs. haptische Simulation in der Ausbildung für laserbasierte endourologische Verfahren – eine randomisierte kontrollierte Studie
Text
Hintergrund/Fragestellung: Simulationsbasiertes Lernen ist ein wertvoller Bestandteil der medizinischen Ausbildung, wobei häufig immersive 3D-Simulationen und haptische Simulationen angewendet werden [1]. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung der medizinischen Ausbildung gewinnen immersive Simulationsmodelle als zukunftsweisende Lehrmethoden an Bedeutung [1]. Immersive 3D-Simulatiostrainings fördern prozedurale Fähigkeiten und deren Transfer in die Praxis, während haptische Simulatoren zusätzlich haptisches Feedback erlauben [2], [3]. Direkte Vergleichsdaten zwischen diesen beiden Simulationsmodellen sind allerdings selten und berücksichtigen oft nicht die extrinsische und intrinsische kognitive Belastung, intrinsische Motivation und wahrgenommene Lernerfahrung [3]. Die Studie zielt darauf ab, die Unterschiede in der Leistung sowie in der kognitiven Belastung, Motivation und wahrgenommenen Lernerfahrung zu ermitteln, wenn Anfänger*innen endourologische Laserverfahren mithilfe von immersiver 3D-Simulation oder haptischer Simulation trainieren.
Methoden: Wir werden eine randomisierte kontrollierte Studie mit 100 Medizinstudierenden im Praktischen Jahr durchführen. Die Probanden werden dafür in zwei Gruppen eingeteilt. Im Rahmen der Studie absolvieren die Probanden ein Training am immersiven 3D-Simulator oder am haptischen Simulator, je nach Gruppenzuordnung. Im direkten Anschluss erfolgt für alle Probanden eine Post-Trainings-Evaluation, der auf dem haptischen Simulator durchgeführt wird. Die Leistungen der Probanden wird von zwei verblindeten, voneinander unabhängigen Expert*innen anhand eines Objective Structured Assessment of Technical Skills (OSATS) basierten Scores bewertet, der die Effizienz, Sicherheit und Aufgabenerfüllung messen wird. Des Weiteren werden die Motivation, die kognitive Belastung und die wahrgenommene Lernerfahrung gemessen. Die Analyse der Gruppenunterschiede bei den primären und sekundären Endpunkten erfolgt mittels unabhängiger t-test.
Ergebnisse: Wir werden im April 2026 mit der Rekrutierung der Probanden beginnen. Die Datenerhebung erfolgt von Mai bis einschließlich Juli 2026. Die Daten werden anschließend ausgewertet und können im September 2026 vorgestellt werden.
Diskussion/Take-Home-Messages: Die vorliegende Studie befasst sich mit der Frage, inwiefern immersive 3D-Simulationen und haptische Simulationen das Lernen in der endourologischen Ausbildung unterstützen können. Um diese Frage zu beantworten, werden die Leistungen der Probanden unter Berücksichtigung der kognitiven Belastung, Motivation und wahrgenommenen Lernerfahrung, erforscht. Die Ergebnisse werden evidenzbasierte Hinweise für die zukünftige Gestaltung von simulationsbasierten Curricula in der medizinischen Ausbildung – insbesondere in der urologischen Ausbildung – leisten. Zudem könnten sie Lehrenden in ihrer Rolle als Gestalter*innen von zukunftsorientierten, technologie-basierten Lehrformaten unterstützen.
References
[1] Chernikova O, Heitzmann N, Stadler M, Holzberger D, Seidel T, Fischer F. Simulation-Based Learning in Higher Education: A Meta-Analysis. Rev Educ Res. 2020;90(4):499-541. DOI: 10.3102/0034654320933544[2] Jongbloed J, Chaker R, Lavoué E. Immersive procedural training in virtual reality: A systematic literature review. Comp Educ. 2024;221:105124. DOI: 10.1016/j.compedu.2024.105124
[3] Chahal B, Aydin A, Ahmed K. Virtual reality vs. physical models in surgical skills training. An update of the evidence. Curr Opin Urol. 2024;34(1):32-36. DOI: 10.1097/MOU.0000000000001145



