Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Gehirngerechtes Lernen in der medizinischen Ausbildung: Evidenz, Grenzen und didaktische Konsequenzen – ein interaktives World Café
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Lernziele: Teilnehmende ...
- beschreiben zentrale Prinzipien gehirngerechten Lernens (z.B. Mehrspeichermodell, Cognitive Load, Retrieval Practice, Spacing, Feedback, Emotion/Stress),
- erkennen typische Spannungsfelder zwischen „guter Lehre“ und curricularer Realität,
- entwickeln konkrete didaktische Interventionen für die eigene Lehrpraxis.
Hintergrund: „Gehirngerechtes Lernen“ ist ein populäres Schlagwort in der Hochschuldidaktik, oft mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen begründet. In der medizinischen Ausbildung treffen hohe Stoffdichte, Zeitdruck, Prüfungsorientierung und klinische Komplexität auf Lernprozesse mit begrenzten kognitiven Ressourcen. Gleichzeitig kursieren vereinfachende Annahmen und Neuromythen (z.B. Lerntypen), die didaktische Entscheidungen beeinflussen. Der Workshop nimmt eine evidenzbasierte Perspektive ein und diskutiert zentrale lernpsychologische Prinzipien sowie deren Implikationen für das Medizinstudium.
Ablauf:
- 0-10 min | Einstieg: Kurzimpuls mit Live-Abfrage zu „Neuro-Mythen“ und Lerngewohnheiten.
- 1020 min | Input: Überblick über Mechanismen (Arbeitsgedächtnis, Belastung, Konsolidierung, Motivation/Stress) und abgeleitete Lehrprinzipien.
- 20-70 min | World Café (3 Stationen à 15 min + Wechsel):
- Station 1: Einstieg & Aufmerksamkeit: Aktivierung zu Beginn von Lehrveranstaltungen: Emotion, Relevanz, Zielklarheit, Storytelling, Bilder/Visualisierungen. Diskussion von Chancen, Grenzen und konkreten Formaten (Advance Organizer, Fallvignette, Leitfrage).
- Station 2: Arbeitsgedächtnis & Verarbeitung: Bearbeitung typischer Überlastungsphänomene (Stofffülle, Komplexität, Multitasking). Fokus auf Cognitive Load, Segmentierung, Strukturierung, Vorwissen aktivieren, Worked Examples, Scaffolding. Diskussion von Strategien zur Reduktion extraneous load und Förderung tiefer Verarbeitung.
- Station 3: Langzeitgedächtnis & Transfer: Maßnahmen für nachhaltiges Behalten: Retrieval Practice, Spacing, Interleaving, Elaboration, Feedback, formative Mini-Assessments. Diskussion von Widersprüchen zwischen kurzfristiger Prüfungsorientierung und langfristigem Kompetenzerwerb. Beispiele: Kurzquiz, Exit Ticket, Peer Instruction, Mini-OSCE, Lernspiralen.
- 70-85 min | Plenum: Clustering der Ergebnisse, Top 5 Take-aways, Diskussion von Umsetzungsbarrieren.
- 85-90 min | Transfer: Jede*r formuliert eine konkrete Maßnahme („1 Change I will try next week“) und erhält eine Checkliste.
Methoden: World Café, Kleingruppenarbeit, Fallvignetten, Leitfragen, Peer-Feedback, Mini-Input, Transferauftrag.
Zielgruppe: Lehrende in der Zahn-/Humanmedizin, Skills-Lab- und Simulationslehrende, Curriculumsverantwortliche, Tutor*innen, Weiterbildungsbeauftragte.
Vorbereitung: Keine erforderlich.
Themengebiet: Gestaltung und Planung von Lehre, Lernen und Prüfen
References
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