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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Lern- und Arbeitsaufgaben innerhalb der Versorgung des Diabetischen Fußulcus als Methode der Ausbildung zur Übernahme erweiterter heilkundlicher Tätigkeiten durch Pflegefachpersonen

Manuel Oventrop-Gibson - Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Dresden, Deutschland

Text

Hintergrund/Thema: Beim diabetischen Fußulcus werden zwei der drei Themen der erweiterten Heilkunde für Pflegfachpersonen adressiert. Da das Thema eine besondere Brisanz für die interprofessionelle Zusammenarbeit hat (Eckard, 2023), kann davon ausgegangen werden, dass auch die Ausbildung zur Übernahme heilkundlicher Tätigkeiten eine besondere Herausforderung darstellt. Neben dem Einbinden unterschiedlicher Akteure des Gesundheitswesens, gilt es die Individualität der betroffenen Personen und ihrer An- und Zugehörigen in den Blick zu nehmen (Strupeit et al., 2025). Dies führt die Ausbildung von der direkten Wundversorgung hin zu diversen psychosozialen Aspekten des Wundmanagements bei einer Person mit einer diabetischen Stoffwechselstörung.

Welche Methoden eignen sich in dieser Hinsicht für das Pflegestudium? Was muss curricular mitgedacht werden, damit die Studierenden erweiterte heilkundliche Aufgaben übernehmen können?

Dabei sind die drei Lernorte des Pflegestudiums zu berücksichtigen: Im Lernort Theorie werden mit authentischen Handlungssituationen Kompetenzen angebahnt und sämtliche theoretische Grundlagen besprochen. Im Lernort Praxis werden Studierende „an Patient*innen“ ausgebildet. Dazu kommt der dritte Lernort, oft ein Skills- und/oder Simulationslabor am Lernort Theorie, der Lernenden die Möglichkeit gibt, unterschiedliche Komplexitäten in den Blick zu nehmen, ohne eine Gefahr einzugehen, vulnerable reale Patient*innen zu verletzen. Es stellt sich die Frage, von welchem Lernort welche „Aufforderung“, bzw. welche „Problembeschreibung“ ausgeht.

Projektbeschreibung: In einer Arbeitsgruppe wurden verschiedene Aspekte des Wundmanagements bei einem diabetischen Fußulcus diskutiert. „Lern- und Arbeitsaufgaben“ wurden als geeignete Methode identifiziert und anschließend erstellt.

Ergebnisse: Lern- und Arbeitsaufgaben (LAA), die im ersten Lernort für den zweiten Lernort formuliert werden, wurden in die Lehre zur Übernahme erweiterter heilkundlicher Aufgaben integrieren. Dabei handelt es sich um „eine „Aufforderung an Lernende, eine bestimmte Handlung auszuführen, eine Frage zu beantworten, ein Problem zu lösen, eine Anweisung umzusetzen, einen Auftrag zu realisieren, aber auch eine Entscheidung zu fällen und selbst Fragen zu stellen, die helfen, ein Problemfeld zu erhellen“ (Pahl, 1998, S.13)

Diskussion: In einer Gegenüberstellung verschiedener Lern- und Arbeitsaufgaben werden Möglichkeiten der Schwerpunktsetzungen deutlich. Auf dieser Grundlage können gemeinsam Ideen gesammelt werden und zur Verfügung gestelltes Material diskutiert werden: Eine Evaluation des Materials und der Methode ist erforderlich.

Take-Home-Message: Lern- und Arbeitsaufgaben sind eine im Pflegestudium sehr häufig gewählte Methode, Lernorte zu verbinden und Lehrinhalte zu fokussieren (Darmann-Finck & Knapp, 2025). Bei der Auswahl der Aufgaben kommt es auf die Schwerpunktsetzung an. Daneben ist die „Hochkomplexität“ der Fälle ein besonderer Lerngegenstand.