Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Vor dem Staatsexamen sind alle gleich! Zum aktuellen Stand der Medizinstudierenden neu gegründeter privater Hochschulen bei bundeseinheitlichen medizinischen Prüfungen
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Hintergrund/Fragestellung: Fachöffentliche Debatten um den Ärztemangel und den Ausbau von Studienplätzen in der Humanmedizin reißen seit Jahren nicht ab. Aktuell wird eine Erhöhung von derzeit jährlich ca. 12.000 Medizinstudienplätzen an den staatlichen Hochschulen auf 13.000 bis 2030 in Aussicht gestellt. Hinzukommen Medizinstudierende neu gegründeter privater Hochschulen, die nach Standards der ÄApprO mit kontinuierlich wachsender Anzahl an bundeseinheitlichen staatlichen Prüfungen teilnehmen.
In diesem Beitrag gehen wir auf die Entwicklung der Teilnehmendenzahlen Medizinstudierender privater Hochschulen an bundeseinheitlichen M1-Prüfungen und deren Prüfungsleistungen ein. Wir beleuchten sodann die leistungsrelevanten soziodemografischen und bildungsbiografische Merkmale dieser Kohorten im Vergleich zu Prüfungsteilnehmenden staatlicher Hochschulen.
Methoden: Die Melde-, Teilnahme und Ergebnisdaten des bundeseinheitlichen Ersten Abschnitts der Ärztlichen Prüfungen Herbst 2021 bis Herbst 2025 (ca. 10.000 Fälle jährlich) bilden die Basis der hier betrachteten Prüfungspopulationen.
Ergebnisse: Studierende privater medizinischer Hochschulen nehmen seit der Herbstrunde 2021 mit steigender Tendenz an den bundesweiten M1-Prüfungen teil (MSH – Medical School Hamburg seit Herbst 2021, HMU/HME – Health and Medical University Potsdam/Erfurt seit Herbst 2022 sowie MSB – Medical School Berlin seit Herbsttermin 2023). Die ersten Kohorten aus MSH und HMU nehmen inzwischen ebenfalls an M2-Examen teil.
Bei den M1-Examensrunden im Jahr 2025 entstammten 1011 der 10620 Teilnehmenden (9,5%) einer der vier privaten Hochschulen. Ihr Zuwachs gegenüber 2024 betrug 17,7%, während an den staatlichen Universitäten ein Anstieg von 5,0% zu verzeichnen war.
Unter den Kohorten privater Hochschulen sind gleiche Anteile weiblich (ca. 67%) oder Absolvierende eines Gymnasiums mit differenzierender Oberstufe (77%) wie unter Teilnehmenden staatlicher Universitäten. Ihre durchschnittliche Abiturnote liegt jedoch wesentlich höher (2,26 vs. 1,53), ihre durchschnittliche Studiendauer bis zur M1-Prüfung geringfügig niedriger (4,6 vs. 4,8 Fachsemester). Ihre durchschnittlichen M1-Prüfungsleistungen in Standardwerten liegen zwar unter der Leistung von Teilnehmenden staatlicher Hochschulen (N=3142; Mittelwert=437,1, Std. Abw.=105,5; Min.=54,2; Max.=765,4 vs. N=43748; Mittelwert=504,5; Std. Abw.=98; Min.=23,3; Max=774,2). Diese haben sich jedoch seit Herbstprüfung 2021 kontinuierlich erhöht (von 404,7 auf 462,1 im Frühjahr 2025). Die durchschnittliche M1-Erfolgsquote ihrer Erstteilnehmenden beträgt 2021-2025 75% gegenüber 91,7% (Erfolgsquote der Erstteilnehmenden staatlicher Universitäten).
Diskussion: Privat finanzierte Ärzteausbildung nach staatlichen Standards ist inzwischen ein beachtlicher Bestandteil der deutschen Medizinerausbildung geworden. Die Anzahl der Teilnahmen an staatlichen M1- und M2-Prüfungen und deren Prüfungsleistungen steigen kontinuierlich.
References
[1] Debatte um Zahl der Medizinstudienplätze in Deutschland [News]. Dtsch Ärztebl. 2025 Sep 8. Zugänglich unter/available from: https://www.aerzteblatt.de/news/debatte-um-zahl-der-medizinstudienplatze-in-deutschland-a5eda092-7a55-4542-81ae-e050f2a38651[2] Shahla H, et al. The nationwide German licensing examinations as a benchmark for cross-institutional comparisons: How to make apples to apples comparisons possible?. In: AMEE Annual Conference 2018; 2018 Aug 25-29; Basel, Switzerland.



