Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Einordnung internationaler Modelle von Prüfungs-/Lernzielrahmenwerken im Kontext der Gegenstandskataloge Medizin
Text
Problembeschreibung/Zielsetzung: Gegenstandskataloge (GK) für die schriftlichen Staatsprüfungen in der Medizin [1] werden in Deutschland vom Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) in einem iterativen Prozess mit maßgeblichen Akteuren (u.a. Sachverständige, Fachexpertinnen und Fachexperten, Fakultäten) (weiter-) entwickelt. Ihre Inhalte basieren auf der gültigen Approbationsordnung [https://www.gesetze-im-internet.de/_appro_2002/BJNR240500002.html]. Die GK machen die Prüfungsgegenstände explizit. International existieren vergleichbare Instrumente zur transparenten Strukturierung prüfungs- oder curricular relevanter Inhalte. Diese Arbeit analysiert national und international vergleichbare Prüfungs-/Lernzielrahmenwerke im Kontext der deutschen GK Medizin, um deren Funktionen und Anwendungsbereiche zu untersuchen sowie Gemeinsamkeiten, Unterschiede und übertragbare Konzepte zu identifizieren.
Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Angelehnt an Price et al. [2] wurde eine systematische Recherche frei zugänglicher internationaler Prüfungs-/Lernzielrahmenwerke für Medizinstudiengänge durchgeführt. Analysiert wurden sowohl die Dokumente als auch die zugrunde liegenden Prüfungen hinsichtlich Studienzeitpunkt, inhaltlicher Schwerpunkte und Aufgabenformate. Die inhaltliche Auswertung der Dokumente umfasste u.a. die Kategorien Funktion, rechtliche/institutionelle Verankerung, Abbildung von Erkrankungen/Konsultationsanlässen, Granularität, Fächerbezug, Kompetenzorientierung sowie Nutzung eines konzeptionellen Bezugsrahmens.
Ergebnisse: Die Analyse zeigt ein Überwiegen frei zugänglicher Prüfungs- gegenüber Lernzielrahmenwerken. Sie betreffen im Gegensatz zu den deutschen GK meist Abschluss-/Anerkennungsprüfungen und umfassen neben schriftlichen Formaten teils auch Parcoursprüfungen. Aufgrund der Anpassung an nationale Vorgaben variieren sie in Granularität, Inhalt und Bezugsrahmen: Teilweise werden Kompetenzrollen nach CanMEDS genutzt, Konsultationsanlässe und/oder Erkrankungen unterschiedlich tief abgebildet, theoretische Grundlagen eher übergeordnet bzw. implizit dargestellt und Querschnittsbereiche heterogen integriert. Die meisten Rahmenwerke enthalten in unterschiedlicher Ausprägung operationalisierte Zielformulierungen, ohne diese mit verbindlichen Einschränkungen zu verknüpfen. Vielmehr wird in etlichen Rahmenwerken der exemplarische Charakter der Inhalte betont.
Da Prüfungsrahmenwerke nationalen rechtlichen und inhaltlichen Rahmenbedingungen entsprechen, gibt es keine international einheitlichen Standards.
Diskussion: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Prüfungs-/Lernzielrahmenwerke international in unterschiedlichen Bildungskontexten verortet sind und verschiedene Funktionen erfüllen. Die deutschen GK Medizin konkretisieren – verankert in der Approbationsordnung [https://www.gesetze-im-internet.de/_appro_2002/BJNR240500002.html] – den Prüfungsstoff des schriftlichen Ersten und Zweiten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung [1]. Internationale Beispiele liefern Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der GK Medizin im bestehenden Rechtsrahmen.
References
[1] Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP). IMPP-Gegenstandskataloge. Mainz; IMPP. Zugänglich unter/available from: https://www.impp.de/pruefungen/allgemein/gegenstandskataloge.html[2] Price T, Lynn N, Coombes L, Roberts M, Gale T, Regan de Bere S, Archer J. The international landscape of medical licensing examinations: a typology derived from a systematic review. Int J Health Policy Manag. 2018;7(9):782-790. DOI: 10.15171/ijhpm.2018.32



