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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Implementierung naturwissenschaftlicher Crashkurse im ersten Modul des integrierten Studiengangs Hebammenwissenschaft in Hamburg

Anke Löhndorf - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Biochemie und Molekulare Zellbiologie, Hamburg, Deutschland
Sophie Eisenbarth - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Prodekanat für Lehre, Hamburg, Deutschland
Andreas H. Guse - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut für Biochemie und Molekulare Zellbiologie, Hamburg, Deutschland; Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Prodekanat für Lehre, Hamburg, Deutschland

Text

Problembeschreibung: Im Modul „Biowissenschaftliche Grundlagen“ im ersten Semester des Studiengangs Hebammenwissenschaft (iMID) in Hamburg werden in einem interdisziplinären Lehrformat Hebammenwissenschaft sowie Biochemie und Physiologie unterrichtet. Das Fach Biochemie stellt für viele Studierenden aufgrund unzureichender Grundkenntnisse eine große Herausforderung dar. Dies kann mit unterschiedlichen schulischen Vorkenntnissen oder einer länger zurückliegenden Schulzeit zusammenhängen. So wurden ab WiSe 2022/23 (bio)chemische Crashkurse nach dem Vorbild der bereits etablierten Kurse in den Studiengängen Medizin (iMED) und Zahnmedizin (iMED DENT) in Hamburg entwickelt [1], [2]. Es stellt sich die Frage, ob den Studierenden dadurch ein besseres Verständnis der Regellehrinhalte ermöglicht wird.

Evaluationsmethoden: In Abstimmung mit den Lehrenden der Biochemie wurden die für die Regellehre erforderlichen Grundkenntnisse ausgewählt und ab dem WiSe 2022/23 zunächst zwei Crashkurse, „Chemische Grundlagen zu Biomolekülen“ und „Von der DNA zum Protein“, zum WiSe 2025/26 ein weiterer grundlegender Kurs, „Grundlagen der organischen Chemie“, in das Curriculum integriert. In der Lehrevaluation wurden die Zufriedenheit mit den Kursen und die Einschätzung, wie hilfreich sie für das Verständnis der Regellehre waren, auf einer 6-stufigen Likert-Skala (1="nicht zutreffend" bis 6="sehr zutreffend") erhoben. Zusätzlich konnten Rückmeldungen aus den Freitextkommentaren gewonnen werden. Die Anwesenheit wurde während der Kurse dokumentiert.

Ergebnisse: Das Interesse an den freiwilligen (bio)chemischen Crashkursen war sehr hoch, die Anwesenheit lag bei ca. 75 bis über 90%. Aufgrund der Rückmeldung, dass über die ersten Crashkurse hinaus Bedarf an der Vermittlung von chemischen Grundkenntnissen besteht, wurde der dritte Kurs implementiert. Danach steigerte sich die durchschnittliche Zufriedenheit der Studierenden mit den Crashkursen von 5,05 (WiSe 2024/25) auf 5,47 (WiSe 2025/26). Die Crashkurse werden als sehr hilfreich für das Verständnis der Regellehre in Biochemie eingeschätzt. Zudem zeigt sich, dass der Anteil an Studierenden, die sich im Fach Biochemie „(eher) überfordert“ fühlen, von fast 90 % im WiSe 2021/22 auf 73 % im WiSe 2025/26 zurückging.

Diskussion: Studierende des ersten Semesters der Hebammenwissenschaft in Hamburg haben einen hohen Bedarf an der Vermittlung (bio)chemischer Grundkenntnisse und nehmen das freiwillige Angebot der Crashkurse sehr gut an. Besonders hilfreich ist der interaktive und bedarfsorientierte Charakter der Kurse. Durch quantitative und qualitative Rückmeldungen aus der Lehrevaluation kann das Crashkurs-Programm gut an die Bedarfe der Studierenden angepasst werden.

Take-Home-Messages: Viele Studierende der Hebammenwissenschaft haben unzureichende Vorkenntnisse in Chemie und Biochemie und somit oft Hürden im Verständnis der Regellehre. Spezifische Crashkurse können die Lücke zwischen vorhandenem und benötigtem Wissen schließen.


References

[1] Eisenbarth S, Tilling T, Lueerss E, Meyer J, Sehner S, Guse AH, Guse Nee Kurré J. Exploring the value and role of integrated supportive science courses in the reformed medical curriculum iMED: a mixed methods study. BMC Med Educ. 2016;16:132. DOI: 10.1186/s12909-016-0646-9
[2] Bender R, Bruhn N, Eisenbarth S, Lemke R, Pantke CF, Hampe W, Schwoerer AP. Integration naturwissenschaftlicher und medizinischer Grundlagen im Hamburger Modellstudiengang Zahnmedizin iMED DENT [Integration of natural sciences and basic medical subjects in the integrated dentistry program (iMED DENT) at the University of Hamburg]. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2023;66(12):1353-1362. DOI: 10.1007/s00103-023-03795-0