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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Standardisierung mündlicher Prüfung – (Best?) Practice

Anja Zimmermann - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Prodekanat für Studium und Lehre, Referat für Studienangelegenheiten, Prüfungsbereich, Berlin, Deutschland
Marina Knoll - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Prodekanat für Studium und Lehre, Referat für Studienangelegenheiten, Prüfungsbereich, Berlin, Deutschland
Susanne Werner - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Prodekanat für Studium und Lehre, Referat für Studienangelegenheiten, Prüfungsbereich, Berlin, Deutschland

Text

Problembeschreibung/Zielsetzung: Mündliche Prüfungen haben in der gesundheitlichen Ausbildung eine lange Tradition, sind weit verbreitet und helfen komplexes Wissen in Echtzeit abzuprüfen [1], [2]. Gleichzeitig können sie Bewertungsfehlern unterliegen, die Reliabilität eingeschränkt und die Übereinstimmung zwischen Prüfer*innen schlecht sein [3].

Um diesen negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Überlegungen zur Minimierung ungewollter Einflüsse z.B. durch Prüfer*innentrainings und Strukturierung der Bewertung [1].

So bieten strukturierte mündliche Prüfungen die Möglichkeit, das Gebiet zwischen reiner Wissensabfrage und praktischer Handlungskompetenz zu prüfen und verfügen über ein hohes Potential für kompetenzorientiertes Assessment. Handlungs- und Begründungswissen kann erhoben werden, sofern die Schwächen des Formates beachtet werden [2].

Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Im zentralen Prüfungsbereich der Charité – Universitätsmedizin werden schriftliche und mündliche Prüfungen verschiedener Studiengänge zentral strukturiert, aufbereitet und ausgewertet. In diesem Rahmen finden verschiedene mündliche Prüfungsformate in unterschiedlichem Standardisierungsgrad statt. Auch die Prüfungen der zwei relativ jungen Studiengänge B. Sc. Pflege und B. Sc. Angewandte Hebammenwissenschaft werden an der Charité zentral verwaltet und mit den Fachbereichen vorbereitet und ausgewertet. Beim Aufbau der Studiengänge wurden verschiedene mündliche Formate konzipiert und eingeführt.

Ergebnisse: Exemplarisch werden die strukturierte Konzeptionierung, Aufbereitung und Auswertung unterschiedlich standardisierter mündlicher Prüfungsformate der beiden neuen Studiengänge als Praxisbeispiele präsentiert: In der Pflege findet seit Wintersemester 2021/22 eine mündliche Fallbesprechung (Gruppenprüfung) statt, in der Angewandten Hebammenwissenschaft seit Sommersemester 2022 eine strukturierte mündliche Gruppenprüfung. Im Staatsexamen erfolgt seit Wintersemester 2023/24 eine fallbasierte mündliche Prüfung in Pflege, seit Sommersemester 2024 eine fallbasierte strukturierte mündliche Prüfung in der Angewandten Hebammenwissenschaft.

Diskussion: Die Erfahrung mit den unterschiedlichen Formaten wird diskutiert und deren Vor- und Nachteile eingeordnet. Dabei werden insbesondere die praktischen Erfahrungen und die Umsetzbarkeit im Rahmen bestehender Prüfungsordnungen fokussiert.


References

[1] Fabry G. Medizindidaktik Ein Handbuch für die Praxis. Bern: Verlag Hans Huber; 2008.
[2] Günther SI, Lüdke, T, Polk ML, Zahnert T, Neudert M. Kompetenzorientiertes Prüfen: die strukturierte mündliche Prüfung [Competence-oriented assessment: the structured oral examination]. HNO. 2026;74(1):12-18. DOI: 10.1007/s00106-025-01687-0
[3] Wakeford R, Southgate L, Wass V. Improving oral examinations: selecting, trainig, and monitoring examiners for the MRCGP. BMJ. 1995;311(7010):931-935. DOI: 10.1136/bmj.311.7010.931