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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Nachhaltigkeit in der medizinisch-praktischen Ausbildung – eine Studie zum Kompetenzaufbau und deren Erhalt am Beispiel einer extracurricularen Sonographieausbildung an der Universitätsmedizin Mainz (UM)

Kai-Uwe Strelow - Universitätsmedizin Mainz, Rudolf Frey Lernklinik, Mainz, Deutschland
Johannes Weimer - Universitätsmedizin Mainz, Rudolf Frey Lernklinik, Mainz, Deutschland
Paula Hopf - Universitätsmedizin Mainz, Rudolf Frey Lernklinik, Mainz, Deutschland
Holger Buggenhagen - Universitätsmedizin Mainz, Rudolf Frey Lernklinik, Mainz, Deutschland

Text

Fragestellung/Zielsetzung: Im Rahmen der durch den Wissenschaftsrat (WR) [1] angestoßenen Weiterentwicklung der medizinischen Ausbildung wurde die Nachhaltigkeit des neu eingeführten, extracurriculären Lehrformats sonoforklinik-students (S4K) untersucht. Ziel war es, die Kompetenzentwicklung in der Sonographie zu evaluieren und deren Erhalt bis zum Beginn des Praktischen Jahres (PJ) zu überprüfen [2]. Darüber hinaus sollten Kriterien identifiziert werden, die eine longitudinale und nachhaltige Kompetenzentwicklung und die Weiterentwicklung des Programms ermöglichen.

Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Das S4K-Programm wurde im SoSe 2017 als Studenteninitiative im 5. Studiensemester eingeführt und umfasst 20 UE – wahlweise semesterbegleitend oder als Wochenendkurs. In einer Interventionsstudie wurden zwei unabhängige Kohorten vor PJ-Antritt verglichen – eine mit S4K-Teilnahme, eine ohne.

Zur praktischen Kompetenzmessung wurden Studierende randomisiert zwei von vier DOPS-Stationen zugewiesen. Bewertet wurden sie mit evaluierten OSCE-Prüfungsbögen [3], die an die DOPS-Anforderungen angepasst wurden. Max. 50 Punkte konnten erreicht werden.

Zur Erfassung von Wissen, Selbsteinschätzung, Kurswirkung und Nachhaltigkeit diente ein standardisierter Fragebogen. Eine Nachbefragung der S4K-Gruppe nach dem 3. Staatsexamen diente der erneuten Bewertung des UM-Ausbildungsangebots – mit Fokus auf S4K – sowie der Beurteilung der Sonographie-Kompetenzentwicklung im PJ.

Ergebnisse: Zwischen Studierenden mit S4K-Teilnahme (n=103;M=32,7SD5,8) und ohne (n=109;M=29,8SD 8,4), bestand ein signifikanter Unterschied in der DOPS-Gesamtpunktzahl: Mittelwertdifferenz=3,0Punkte (Cohen’s d=0,4; 95 %-KI [1,03; 4,91]; t(191,69)=3,02, p=0,003)

Im Vergleich aller UM-Lehrformate zur sonographischen Kompetenzentwicklung erzielte S4K in allen Bereichen die höchsten und nachhaltigsten Bewertungen, nicht so beim „Umgang mit Patienten“ und beim „praktischen Erfahrungsaufbau“, wo Famulaturen und das PJ besser abschnitten.

Eine differenzierte Analyse des Nachhaltigkeitsbegriffs ermöglichte die Ableitung konkreter Indikatoren für die erfolgreiche und langfristige Einbindung von S4K und vergleichbaren Lehrveranstaltungen.

Diskussion/Schlussfolgerung: Der Erhalt medizinisch-praktischer Kompetenzen ist ohne Auffrischungskurse nur begrenzt möglich, das gilt auch für S4K-vermittelte sonographische Fähigkeiten. Bei begrenzten Ressourcen ist daher zu prüfen, wie ein nachhaltiger Erhalt realisiert werden kann. Eine Strategie wäre S4K curricular zu verankern, um diese mit Wiederholungs- und Vertiefungsphasen synergistisch mit Famulaturen, Praktika und klinischen SkillsLAB-Modulen zu verknüpfen. Solche Verbindungen verstärken Wiederholungseffekte, fördern den Lerntransfer und sichern den Kompetenzaufbau langfristig auf höherem Niveau.

Take-Home-Message: Eine auf Nachhaltigkeit angelegte S4K-Implementierung erfordert eine curriculare Integration.


References

[1] Wissenschaftsrat. Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Medizinstudiums in Deutschland auf Grundlage einer Bestandsaufnahme der humanmedizinischen Modellstudiengänge. Drs. 4017-14. Köln: Wissenschaftsrat; 2014. Abgerufen am 20. Zugänglich unter/available from: https://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/4017-14.pdf
[2] Weimer JM. Die Etablierung und der Vergleich verschiedener Ultraschallkursformate an der Universitätsmedizin Mainz. Mainz: Johannes Gutenberg-Universität Mainz; 2020. DOI: 10.25358/openscience-6006
[3] Hofer M, Kamper L, Sadlo M, Sievers K, Heussen N. Evaluation of an OSCE assessment tool for abdominal ultrasound courses. Ultraschall Med. 2011;32(2):184-190. DOI: 10.1055/s-0029-1246049