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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Entwicklung einer KI-unterstützten Lernziel-Kartierungs-Plattform

Jaafar Al-Hasani - Universität Heidelberg, Digitalisierung und Organisationsentwicklung, Heidelberg, Deutschland
Laura Stiefenhöfer - Universität Heidelberg, Digitalisierung und Organisationsentwicklung, Heidelberg, Deutschland
Stefan Titz - Universität Heidelberg, Digitalisierung und Organisationsentwicklung, Heidelberg, Deutschland

Text

Problembeschreibung/Zielsetzung: Eine qualitätsgesicherte medizinische Ausbildung erfordert ein kontinuierliches Erfassen der im Curriculum gelehrten Inhalte. Dieses Curriculumsmapping stellt die Fakultäten vor enorme Herausforderungen, da Lernziele sich dynamisch ändern können. Um einen jederzeit aktuellen Stand zu gewährleisten, ist ein hoher personeller Aufwand notwendig. Ziel dieses Projektes war es daher, eine KI-gestützte Plattform zu entwickeln, die automatisierte Workflows bereitstellt, um aus bereits vorhandenen Lehrmaterialien Lernziele zu generieren.

Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Unterschiedliche KI-Modelle wurden auf ihre Eignung zur Transkription der Lehrmaterialien und zur Generierung von Lernzielen aus Transkripten getestet. Verglichen wurde dabei orthographische Korrektheit, Themenvarianz sowie semantische Ähnlichkeit zu bereits vorhandenen Lernzielen. Ebenso getestet wurde der Effekt unterschiedlicher Prompts auf die Themenvarianz der generierten Lernziele. Diese wurden anschließend durch Dozierende validiert. Im Rahmen einer Anforderungsanalyse wurden die in der Plattform abzubildenden Workflows definiert.

Ergebnisse: Die KI-basierte Plattform bietet eine effiziente Unterstützung bei der Umsetzung eines kontinuierlichen Curriculumsmappings. Lehrmaterialien (Audio, Video etc.) werden zunächst KI-basiert transkribiert. Aus diesen Transkripten werden dann durch ein weiteres KI-Modell Lernziele generiert. Lokale KI-Modelle sind zwar datenschutzkonform nutzbar, erzeugen aber, anders als Online-Modelle, sprachlich sehr heterogenen Output. Online-Modelle generieren zudem Lernziele mit höherer Themenvarianz. Die Wahrscheinlichkeit der Nennung eines Themas hängt jedoch weder von Modellstärke noch Häufigkeit der Nennung im Text ab. KI generiert Lernziele mit hoher Qualität, dennoch ist eine Validierung durch Dozierende unverzichtbar.

Diskussion: Grundlage für die KI-basierte Lernzielerstellung ist die Verfügbarkeit digitaler Lehrmaterialien, die, zusammen mit Lehrveranstaltungsdaten, idealerweise in einer zentralen Datenbank vorliegen. Bei der Auswahl eines geeigneten KI-Modells muss sorgfältig zwischen Qualitäts- und datenschutzrechtlichen Anforderungen abgewogen werden. Auch wenn die Qualitätssicherung bzw. Validierung KI-generierter Lernziele weiterhin durch Dozierende erfolgen muss, reduziert die KI-basierte Plattform den Aufwand für ein kontinuierliches Curriculumsmapping erheblich. KI dient dabei als unterstützendes Werkzeug, nicht als ersetzende Instanz. Eine solche zentrale, von Studierenden, Dozierenden und Curriculumsverantwortlichen genutzte Lernziel-Plattform kann zudem als strukturierendes sowie kommunikatives Werkzeug in der Curriculumsentwicklung dienen.

Take-Home-Message: KI kann die Lernzielerstellung und -kartierung wirksam unterstützen, ohne dabei Dozierende in diesem Prozess vollständig ersetzen zu können.