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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Professionelle Entwicklung im Modellstudiengang Humanmedizin in Oldenburg – ein longitudinaler Ansatz zur professionellen Identitätsbildung

Kirsten Gehlhar - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Studiendekanat, Oldenburg, Deutschland
Michael Ankele - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Studiendekanat, Oldenburg, Deutschland
Imke Aits - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Abteilung Allgemeinmedizin, Oldenburg, Deutschland
Anne Dehlfing - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Studiendekanat, Oldenburg, Deutschland
Markus Ennen - Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Abteilung Allgemeinmedizin, Oldenburg, Deutschland

Text

Hintergrund: Die Förderung professioneller Entwicklung im Medizinstudium stellt einen komplexen, transformativen Prozess dar, der neben dem Erwerb fachlicher Kompetenzen insbesondere die Entwicklung einer beruflichen Identität umfasst. Trotz kompetenzbasierter Curricula bleibt die didaktische Umsetzung anspruchsvoll. Formate wie Portfolioarbeit, reflektierendes Schreiben und Coaching sollen langfristige Professionalitätsbildung unterstützen, stoßen jedoch nicht immer auf Akzeptanz bei Studierenden.

Projektbeschreibung: Seit 2012 ist ein longitudinaler Pfad „Professionelle Entwicklung“ (PE) im Curriculum implementiert, angelehnt an das Modell der Partneruniversität in Groningen. Evaluationen zeigten jedoch insbesondere in den ersten Studienjahren Zweifel an der Relevanz und Sinnhaftigkeit des Programms. Vor diesem Hintergrund wurde der Pfad zum Wintersemester 2021/22 umfassend reformiert (u.a. strukturelle Anpassungen, stärkere curriculare Verzahnung, Überarbeitung der Lehrmaterialien und Tutor*innenschulungen). Aktuelle Evaluationsergebnisse belegen eine gesteigerte curriculare Akzeptanz: 74% der befragten Studierenden (n=203) sehen eine gute Einordnung des PE-Pfades im Gesamtcurriculum.

Gleichzeitig zeigen die Daten weiterhin eine erhebliche Abhängigkeit des wahrgenommenen Nutzens von der Qualität und Haltung der betreuenden Tutor*innen.

Diskussion: Die Ergebnisse verdeutlichen, dass curriculare Reformen zwar strukturelle Akzeptanz fördern können, der nachhaltige Erfolg professioneller Identitätsentwicklung jedoch maßgeblich von der konkreten Umsetzung in Kleingruppen abhängt. Die Befunde unterstreichen, dass professionelle Identitätsbildung ein vielschichtiger, motivationsabhängiger Prozess bleibt, dessen Erfolg trotz struktureller Maßnahmen u.a. maßgeblich von individuellen Lehrenden geprägt wird.

Im Rahmen des Beitrags wollen wir das überarbeitete Konzept, zentrale didaktische Elemente und aktuelle Evaluationsergebnisse vorstellen und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Herausforderungen kritisch diskutieren.