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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Kommuniziertes Verständnis ärztlicher Führung durch Medizinstudierende zum Studienbeginn und im Praktischen Jahr – eine Fokusgruppen-Studie

Barbara Ogurek - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, UKE-Akademie für Bildung und Karriere, Hamburg, Deutschland
Sigrid Harendza - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, III. Medizinische Klinik und Poliklinik, Zentrum für Innere Medizin, Sektion Ausbildungsforschung, Hamburg, Deutschland

Text

Hintergrund/Fragestellung: Von Ärztinnen und Ärzten werden im beruflichen Alltag zahlreiche Führungsaufgaben übernommen, die sowohl Leadership- als auch Managementaspekte umfassen. Im dynamischen Gesundheitswesen reicht eine reine Managementorientierung längst nicht mehr aus. Ziel dieser qualitativen Querschnittsstudie war die Exploration des Verständnisses ärztlicher Führung von Medizinstudierenden zum Beginn des Studiums und im Praktischen Jahres (PJ).

Methoden: Sieben Gruppendiskussionen wurden basierend auf einem semi-strukturierten Leitfaden durchgeführt, an denen insgesamt 31 Studierende teilnahmen. Die Gruppen waren kohortenhomogen mit 14 Studierenden des 1. Semesters und 17 Studierenden im PJ besetzt. Die audiographierten Diskussionen wurden verbatim mit Audiotranskription F4x transkribiert. Das Material wurde anschließend mittels inhaltlich-strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz unter Nutzung von MAXQDA ausgewertet. Es wurden dazu Haupt- und Subkategorien am Material gebildet. Es wurden dann die Häufigkeiten der Kategorienennungen insgesamt sowie für die beiden Kohorten berechnet.

Ergebnisse: Es wurden insgesamt 514 Textsegmente zum Verständnis ärztlicher Führung codiert, die sich auf 12 Haupt- und 49 Subkategorien aufteilen. Die Hauptkategorie „Emotional-soziale Kompetenz zeigen“ umfasst mit 16 Subkategorien und 152 Nennungen den größten Anteil an codierten Textsegmenten, sowohl insgesamt, als auch in beiden Kohorten. Die Hauptkategorie „Management übernehmen“ wurde mit insgesamt 77 Nennungen, verteilt auf 7 Subkategorien, am zweithäufigsten genannt. Unterschiede zeigen sich bezüglich der Perspektive auf Personalentwicklung. Erstsemesterstudierende diskutieren häufiger die Entwicklung der Führungskraft selbst, während PJ-Studierende die Entwicklung der Mitarbeitenden deutlich häufiger in den Diskussionen thematisieren.

Diskussion: Es zeigt sich ein umfassendes Verständnis ärztlicher Führung bei Medizinstudierenden, sowohl zum Studienbeginn, als auch im PJ, welches sich auch in großen Teilen mit internationalen Rahmenwerken, wie dem Healthcare Leadership Model [1] des National Health Service deckt. Sieben der zwölf Hauptkategorien ließen sich im Modell zuordnen und decken damit sechs der neun Dimensionen des Modells ab. Allerdings waren nicht alle Aspekte anerkannter Rahmenwerke im Verständnis der Studierenden enthalten. Da sich kohortenbezogen eine spezifische Perspektive auf einige Aspekte ärztlicher Führung ergab, könnte dieser unterschiedliche Entwicklungsbedarf durch ein longitudinales Curriculum zu ärztlicher Führung berücksichtigt werden.

Take-Home-Message: Bei einer curricularen Einbettung von Themen zu ärztlicher Führung könnte insbesondere die Einführung eines longitudinalen Curriculums die nach Studienfortschritt unterschiedlichen Bedarfe der Studierenden gut berücksichtigen.


References

[1] NHS Leadership Academy. Explore the Healthcare Leadership Model. Leeds: NHS Ledership Academy. Zugänglich unter/available from: https://www.leadershipacademy.nhs.uk/healthcare-leadership-model/explore-the-healthcare-leadership-model/