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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Einsatz von Endoskopiesimulatoren in der gastroenterologischen Ausbildung in Deutschland – eine Mixed-Methods-Studie

Mark Enrik Geißler - Universitätsklinikum RWTH Aachen, Medizinische Klinik III, Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin, Aachen, Deutschland; Universitätsklinikum RWTH Aachen, Interdisziplinäre Endoskopie, Aachen, Deutschland
Maximilian Beck - Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen, DGVS- Junge Gastroenterologie (JuGa), Berlin, Deutschland; Agaplesion Bethesda Krankenhaus Bergedorf, Bergedorf, Deutschland
Rosalie Hermine Heine - Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Institut für Didaktik und Lehrforschung in der Medizin, Dresden, Deutschland
Karim Hamesch - Universitätsklinikum RWTH Aachen, Medizinische Klinik III, Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin, Aachen, Deutschland; Universitätsklinikum RWTH Aachen, Interdisziplinäre Endoskopie, Aachen, Deutschland

Text

Hintergrund/Fragestellung: Das Erlernen endoskopischer Fertigkeiten variiert je nach Ausbildungsstätte, und der Einsatz von Simulationstraining ist in Deutschland wenig verbreitet. Studien belegen jedoch, dass Simulationstraining sowohl zur Patientensicherheit als auch Entwicklung der Auszubildenden beitragen kann [1]. Darüber hinaus wird Simulationstraining von der European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) als Bestandteil des Ausbildungsprozesses unterstützt [2]. Ziel dieser Mixed-Methods-Studie war es, die Wahrnehmungen von Ausbildenden und Auszubildenden zum Einsatz von Endoskopiesimulatoren in der gastroenterologischen Aus- und Weiterbildung zu erfassen.

Methoden: Diese Mixed-Methods-Studie nutzte qualitative Fragebogenantworten von über 200 Ärzt*innen in Weiterbildung zur Gastroenterologie sowie Fachärzt*innen für Gastroenterologie sowie semistrukturierte Interviews mit 20 Klinikleiter*innen gastroenterologischer Abteilungen in Deutschland. Die Umfragedaten wurden mittels deskriptiver Statistik, die qualitativen Interviewdaten, mithilfe thematischer Analyse ausgewertet.

Ergebnisse: Der Großteil der befragten Klinikleiter*innen steht dem Einsatz von Simulatoren positiv gegenüber. Als wesentliche Vorteile werden das Erlernen grundlegender endoskopischer Fertigkeiten, wie die Kontrolle der Endoskopspitze, das Verständnis der Gerätemechanik sowie die Wahrnehmung räumlicher Dimensionen, hervorgehoben. Als zentrale Barrieren für die Integration werden vor allem die hohen Anschaffungskosten, die fehlende Vergütung des Simulationstrainings sowie unzureichende Trainingszeiten bei hohem klinischem Arbeitsaufkommen genannt. Als Ansätze für eine nachhaltige Implementierung werden Klinikkooperationen, die wissenschaftliche Begleitung von Ausbildungsprogrammen sowie die Entwicklung strukturierter Curricula durch die Fachgesellschaften identifiziert.

Diskussion: Simulationstraining wird von vielen Entscheidungsträger*innen als positiver Bestandteil der endoskopischen Ausbildung wahrgenommen. Dennoch ist der praktische Einsatz derzeit noch gering. Insbesondere finanzielle Aspekte wie hohe Anschaffungskosten und die fehlende Vergütung von Trainingszeiten stellen wesentliche Implementierungshindernisse dar. Bestehende Studien weisen häufig nur begrenzte Evidenz nach, adressieren finanzielle Rahmenbedingungen nur marginal und beleuchten die Auswirkungen auf die Patientensicherheit unzureichend.

Take-Home-Message: Für einen strukturierten und nachhaltigen Einsatz von Simulatoren in der endoskopischen Aus- und Weiterbildung bedarf es geeigneter Rahmenbedingungen, insbesondere in Form von Klinikkooperationen, strukturierten Curricula der Fachgesellschaften sowie finanzieller Förderung und Vergütung der Simulationsausbildung.


References

[1] Singh S, Sedlack RE, Cook DA. Effects of simulation-based training in gastrointestinal endoscopy: a systematic review and meta-analysis. Clin Gastroenterol Hepatol. 2014;12(10):1611-1623.e4. DOI: 10.1016/j.cgh.2014.01.037
[2] Antonelli G, Voiosu AM, Pawlak KM, Gonçalves TC, Le N, Bronswijk M, Hollenbach M, Elshaarawy O, Beilenhoff U, Mascagni P, Voiosu T, Pellisé M, Dinis-Ribeiro M, Triantafyllou K, Arvanitakis M, Bisschops R, Hassan C, Messmann H, Gralnek IM. Training in basic gastrointestinal endoscopic procedures: a European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) and European Society of Gastroenterology and Endoscopy Nurses and Associates (ESGENA) Position Statement. Endoscopy. 2024;56(2):131-150. DOI: 10.1055/a-2205-2613