Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
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Praxisanleitung von Pflegestudierenden durch Ärzt*innen: Herausforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten
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Problembeschreibung/Zielsetzung: In den Praxisphasen des Pflegestudiums sind auch die Kompetenzen der erweiterten heilkundlichen Aufgaben abzubilden. Sie dienen unter anderem der Vorbereitung auf eine praktische Prüfung, die verbindlich von ärztlichen Fachprüfer*innen abzunehmen ist. Daher ist erstmals auch eine ärztliche Beteiligung an der rechtlich verbindlichen Praxisanleitung vorzusehen.
Ziel war daher die Entwicklung einer Ausgestaltung der ärztlichen Praxisanleitung (äPAL) im Rahmen des Pflegestudiums unter partizipativer Beteiligung der Praxiseinrichtungen
Projektbeschreibung: Führungskräfte und Praxisanleitende aus kooperierenden Krankenhäusern und Langzeitpflegeeinrichtungen erarbeiteten zusammen mit den Hochschullehrenden zunächst einen organisatorischen Rahmen für die äPAL, anschließend eine inhaltliche Umsetzung. Das Vorgehen wurde mit allen Kooperationspartnern abgestimmt und wird im Jahr 2026 erstmals praktisch umgesetzt.
Ergebnisse: Die äPAL wurde in je einem Pflichteinsatz im fünften und siebten Semester verankert. Der Umfang der ärztlichen Praxisanleitung pro Student*in wurde auf ca. ein Prozent (entsprechend 2,5 h) der gesetzlich normierten Praxisanleitungszeit (230 h) festgesetzt. Aus Sicht der Praxisvertreter können mehr ärztliche Ressourcen nicht sichergestellt werden.
Aufgrund dieser begrenzten Ressourcen, werden im fünften Semester Gruppenanleitungen von 60 Minuten vorgesehen, die auf eine mündliche Prüfung vorbereiten. Es ist dabei möglich, dass Lernende verschiedener Einrichtungen zu einer Anleitung zusammenkommen. Lerninhalte sind Diagnostik und Therapie bei Menschen mit Diabetes und/oder Demenz.
Im siebten Semester folgt eine neunzigminütige Einzelanleitung zur Vorbereitung auf eine praktische Prüfung, die komplexe Entscheidungsfindungsprozesse im Kontext von chronischen Wunden, Diabetes oder Demenz adressieren soll.
Mögliche Anleitungsmethoden umfassen: Bedside-Teaching (bis zu 4 Studierende), Skills-Training, Teilnahme an (Pflege)Visiten mit Arbeitsauftrag, Teilnahme an Übergaben („Lernübergabe“), Teambesprechungen mit Arbeitsauftrag, Interprofessionelle Fallbesprechungen.
Die Durchführung der äPAL wird durch strukturierte Befragungen der Beteiligten evaluiert werden.
Diskussion: Die äPAL bedarf einer Evaluation in Hinblick auf die Erreichung der angestrebten Ziele, geeignete Methoden, die subjektive Wahrnehmung durch Lernende und Lehrende sowie organisatorische Aspekte und die Qualifikation der anleitenden Ärzt*innen sowie den zeitlichen Umfang. Auch sind die Outcomes der Gruppenanleitungen im Vergleich zur Einzelanleitung zu untersuchen.
Ein Einbezug von Entrustable Professional Activities als strukturierendes Element der Praxiseinsätze ist denkbar.
Take-Home-Message: Ärztliche Praxisanleitung im Pflegestudium ist sowohl mit fachlichen, vor allem aber auch mit organisatorischen Herausforderungen verbunden. Es liegt ein erster Vorschlag zur inhaltlichen und organisatorischen Unterstützung vor.



