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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Interprofessionelle Entwicklung und Durchführung des Grundlagenmoduls „Ein professionelles Berufs- und Rollenverständnis mit erweiterter heilkundlicher Verantwortung entwickeln“

Cornelia Heinze - Evangelische Hochschule Berlin, Berlin, Deutschland

Text

Problembeschreibung/Zielsetzung: Im Jahr 2022 veröffentliche die Fachkommission nach §53 PflBG Module für vier heilkundliche Kompetenzbereiche. Die dort beschriebenen Kompetenzen wurden weitgehend vom Gesetzgeber in die Pflegeausbildungs- und Prüfungsordnung übernommen, mit dem Augenmerk auf die erweiterten Heilkundekompetenzen Pflegender.

In 2024 wurde das Grundlagenmodul erstmals im Pflegestudiengang umgesetzt.

Dieser Beitrag zeigt die Durchführung und Reflexion des Grundlagenmoduls in der interprofessionellen Lehre.

Projektbeschreibung: Das Grundlagenmodul wurde für das 6. Semester des siebensemestrigen Pflegestudiengangs mit fünf CP und drei SWS konzipiert.

Beteiligt an der Entwicklung waren eine Professorin für Pflegewissenschaft, ein Professor für medizinische Grundlagen, ein Medizinrechtler und ein medizinischer Vorstand eines großen Klinikverbundes. Bezüglich der Entwicklung eines erweiterten Berufs- und Rollenverständnisses und der Zusammenarbeit mit Ärzt*innen wurde ein Teil der Lehre als Teamteaching von Pflegewissenschaft und Medizin durchgeführt. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit Struktur und Finanzierung des deutschen Gesundheitssystems im Vergleich mit internationalen Systemen fand statt. Dabei wurden die Rollen von verschiedenen Leistungserbringern und Entscheidungsträgern sowie die Finanzierung und Qualitätssicherung der Einrichtungen eingeordnet und reflektiert.

Weiter wurden Fragen der Substitution, der Delegation und des Haftungsrechts bearbeitet. Die Schnittstelle von ärztlicher und pflegerischer Verantwortung wurde dabei besonders berücksichtigt. Begleitend setzten sich die Studierenden mit Studien zur erweiterten Heilkundeübernahme durch Pflegende auseinander.

Projektergebnisse: Die Studierenden zeigten ein hohes Maß an Interesse an der Übernahme erweiterter heilkundlicher Aufgaben und setzten sich intensiv mit entsprechenden nationalen und internationalen Projekten auseinander. Insgesamt wünschten sie sich jedoch mehr Zeit für die konkrete Ausbildung heilkundlicher Kompetenzen und einen Ausbau der interprofessionellen Lehre mit Medizinstudierenden, um gemeinsame und unterschiedliche professionelle Herangehensweisen an die Heilkundeausübung herauszuarbeiten.

Diskussion: Die bisherigen Erfahrungen mit dem Grundlagenmodul sind wertvoll, um die Lehrangebote noch passgenauer zu gestalten. Der Einbezug verschiedener Professionen hat sich bewährt. Die bleibende Herausforderung ist, dass ein Aushandlungsprozess um die präzisen Inhalte und Aufgaben einrichtungs- und settingbezogen geführt werden muss. Die nächste Herausforderung besteht darin, die Kompetenzen in die staatlichen Prüfungen der erweiterten Heilkundeausübung zu integrieren.

Take-Home-Message: Gemeinsame Lehrangebote im Tandem tragen zur Entwicklung eines erweiterten Rollenverständnisses bei. Insbesondere die Erweiterung der hochschulischen Pflegeausbildung um bisher originär ärztliche Aufgaben ermöglicht zudem Medizinstudierenden eine eigene Sicht und Reflexion ihrer Rolle.