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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Non solum vocabula: 30 Jahre digitale und interaktive Lehre der Medizinischen Terminologie

Verena Barth - Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Institut für Geschichte der Medizin, Dresden, Deutschland
Saskia Wilhelmy - Technische Universität Dresden, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Institut für Geschichte der Medizin, Dresden, Deutschland

Text

Problembeschreibung: Die medizinische Fachsprache basiert wesentlich auf lateinischen und griechischen Begriffen und ist Grundlage für das Verständnis anatomischer, klinischer und wissenschaftlicher Inhalte. Traditionelle Lehrformate stoßen dabei zunehmend an Grenzen hinsichtlich Flexibilität, Individualisierung und nachhaltiger Lernwirksamkeit. Vor diesem Hintergrund wurde an der TU Dresden ein digitales Lernprogramm für die Medizinische Terminologie in der Ausbildung von Medizin- und Zahnmedizinstudierenden entwickelt.

Projektbeschreibung: Das BMBF-geförderte Online-Lernprogramm wurde für Studierende im ersten Semester konzipiert und über einen Zeitraum von 30 Jahren iterativ weiterentwickelt und evaluiert. Es umfasst über 600 Bewertungspunkte und basiert auf interaktiven Übungen, Selbsttests sowie automatisierter Lernerfolgskontrolle. Individuelle Lernanalysen, eine moderne Benutzeroberfläche und mobile Endgeräteunterstützung ermöglichen ein zeit- und ortsunabhängiges Lernen, eine individuelle Anpassung des Lerntempos sowie die gezielte Bearbeitung von Wissenslücken. Zudem erfolgt die Leistungsüberprüfung digital und ersetzt die schriftliche Klausur.

Ergebnisse: Das Online-Lernprogramm hat sich zu einem festen Bestandteil der vorklinischen Ausbildung entwickelt. Seit seiner Einführung zeigt sich eine signifikante Verbesserung der studentischen Lernleistung. Die Studierenden bewerten das Programm durchweg positiv und als lernförderliche Ergänzung zur Präsenzlehre. Durch die abwechslungsreichen, interaktiven und aufeinander aufbauenden Aufgabenformate werden unterschiedliche Lernprozesse unterstützt und nachhaltiges Lernen gefördert. Gleichzeitig gewährleistet das System eine sichere, objektive und effiziente Leistungsüberprüfung.

Diskussion: Durch die Verbindung traditioneller Lehrinhalte mit modernen didaktischen und digitalen Lernmethoden trägt das Online-Lernprogramm damit zur nachhaltigen Qualitätsverbesserung der Terminologielehre bei. Im Sinne des Inverted-Classroom-Modells bietet es Studierenden eine strukturierte und systematische Möglichkeit der selbständigen Vor- und Nachbereitung neben frontalen Lehreinheiten. Durch die Interaktivität, die formative Rückmeldung und die individuelle Anpassbarkeit werden effektive Lernprozesse unterstützt. Besonders in einem lernintensiven Studium wie der Human- oder Zahnmedizin stellt die zeit- und ortsunabhängige Nutzung einen erheblichen Mehrwert dar. Das Programm bietet Potential der Übertragbarkeit auf weitere gesundheitsbezogene Studiengänge (z.B. Hebammenwissenschaft).

Take-Home-Messages:

  • Digitale Lernprogramme verbessern den Erwerb der Medizinischen Terminologie nachhaltig.
  • Interaktive Aufgabenformate und formative Rückmeldung fördern selbstgesteuertes Lernen.
  • Digitale Leistungsüberprüfung ermöglicht objektive und effiziente Bewertung.
  • Konzept ist langfristig etabliert und ein zukunftsorientiertes Lehrinstrument mit breitem Einsatzpotenzial.