Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Erweiterte Kompetenzen für die Übernahme erweiterter heilkundlicher Verantwortung im Pflegestudium. Umsetzung in Lehre und Lernen
Text
Hintergrund/Thema/Fragestellung: Mit der Änderung des Pflegeberufegesetzes (PflBG) zum Januar 2025 wurde der Bereich der eigenverantwortlichen Heilkunde für diejenigen Pflegefachpersonen erweitert, die ein primärqualifizierendes Bachelorstudium absolvieren. Diese dürfen in bestimmten Bereichen Aufgaben übernehmen, die bislang vor allem Ärzt*innen verantwortet haben. Sie können insbesondere „Verantwortung für die Planung, Organisation, Gestaltung, Durchführung, Steuerung und Evaluation von Pflege- und Therapieprozessen“ mit Bezug zu den Indikationsbereichen Diabetes, Demenz und chronische Wunde übernehmen (§37 Absatz 2 Satz 2 sowie Absatz 3 PflBG).
Eine zentrale Herausforderung ist, die hierfür benötigten zusätzlichen Kompetenzen über den gesamten Studienverlauf hinweg kontinuierlich zu adressieren und geeignete Prüfungsformen für sie umzusetzen. Zusätzlich steigen die Anforderungen an die interprofessionelle Zusammenarbeit und Kommunikation im multiprofessionellen Team, in das Pflegefachpersonen sich mit ihren Befunden stärker einbringen sollen (§37 Absatz 2 Satz 3).
Ärzt*innen sind gemäß den rechtlichen Vorgaben außerdem in die Lehre, Anleitung und Prüfung der angesprochenen Kompetenzen einzubinden. Daraus entstehen neue Herausforderungen.
Das Symposium geht der Frage nach, wie die neuen Anforderungen an Lehre und Lernen im Pflegestudium umgesetzt werden können.
Diskussionsthemen/-fragen: Zur Diskussion gestellt wird die Eignung verschiedener Lehr- / Lernformate und ihre Einbettung in das primärqualifizierende Pflegestudium.
Dabei soll ein besonderes Augenmerk darauf gerichtet werden, inwieweit Chancen für das interprofessionelle Lernen zwischen Pflege- und Medizinstudierenden entstehen könnten. Auch für die Praxisanleitung ergeben sich Chancen der interprofessionellen Arbeit, die für beide Berufsgruppen gewinnbringend sein könnten.
Take-Home-Message: Durch die Ausweitung des eigenverantwortlichen Heilkundebereichs für Pflegefachpersonen mit Hochschulabschluss müssen erweiterte Kompetenzen im Pflegestudium adressiert werden. Hieraus ergeben sich Chancen für das interprofessionelle Lernen und die interprofessionelle Zusammenarbeit in der Praxis.



