Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Curriculumsentwicklung im Studiengang Hebammenwissenschaft zum Themenbereich Resilienz, Fehlerkultur und Zwischenfallmanagement
Text
Problembeschreibung: Studierende der Hebammenwissenschaft sind mit einer hohen akademischen Arbeitsbelastung und einer emotional und praktisch anspruchsvollen Tätigkeit konfrontiert. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, erscheint es sinnvoll, die Studierenden in den Themenbereichen Resilienz, Fehlerkultur und Zwischenfallmanagement zu schulen.
Zielsetzung: Ziel des beschriebenen Projekts war die Entwicklung eines Curriculums zum Themenbereich Resilienz, Fehlerkultur und Zwischenfallmanagement. Das Curriculum wurde für den letzten Abschnitt des Studiengangs Hebammenwissenschaft an der Medizinischen Fakultät der RWTH Aachen entwickelt; der modulare Aufbau gestattet jedoch thematische Flexibilität und Anpassbarkeit an andere Studiengänge.
Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Die Curriculumsentwicklung erfolgte im 6-schrittigen Zyklus-Modell nach Kern. Basierend auf der Identifikation des Problems (Schritt 1) wurde eine Bedarfsanalyse der Zielgruppe durchgeführt (Schritt 2), wobei u.a. auf die Daten des Interreg-Projektes COMPAS und eine Bedarfserhebung im Studiengang Hebammenwissenschaft zurückgegriffen wurde. Die Themenbereiche „Patientensicherheit und Zwischenfallmanagement“, „Psychologische Sicherheit“ und „Teamarbeit und Kommunikation“ wurden als relevant identifiziert und spezifische Lernziele festgelegt (Schritt 3). Als Lehrmethode wurden drei Unterrichtseinheiten mit aktivierenden Elementen (interaktive Übungseinheiten in Kleingruppen) à 90 min festgelegt (Schritt 4), die in das bestehende Curriculum integriert wurden (Schritt 5). Alle Kurseinheiten wurden evaluiert (Schritt 6).
Ergebnisse: Die Studierenden bewerteten alle Kurseinheiten zu über 90% mit den Schulnoten „sehr gut“ oder „gut“. Die Studierenden gaben an, dass die Themen der Unterrichtseinheiten im bisherigen Studienverlauf kaum oder nur wenig behandelt wurden. Positiv hervorgehoben wurden in den Evaluationen insbesondere die hohe Relevanz des Themas, die verwendeten praxisnahen Fallbeispiele und die praktischen Übungen in den Kleingruppen. Vorschläge zur Weiterentwicklung beinhalteten primär mehr Zeit für die Fallbeispiele und mehr Information zu Resilienz, insbesondere deren Beziehung zu den übrigen Themenbereichen.
Diskussion: Die Ergebnisse der Evaluation bestätigen die hohe Relevanz des Themas und die Eignung des gewählten Unterrichtsformates. Basierend auf den Evaluationen werden inhaltliche Modifikationen zugunsten einer detaillierten Besprechung der Fallbeispiele und zusätzlicher Inhalte zum Thema Resilienz vorgenommen.
Take-Home-Messages:
- Hohe Belastung erfordert gezielte Kompetenzentwicklung.
- Hohe Relevanz und Akzeptanz bestätigen den Bedarf.
- Systematische Curriculumsentwicklung schafft nachhaltige Implementierung.



