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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

iSURGE – Interprofessional Surgical Education Follow-up

Verena Martini - Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland
Marisa Birkenmeier - Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland
Stefan Fichtner- Feigl - Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Freiburg, Deutschland

Text

Hintergrund/Fragestellung: Der Nachwuchsmangel in der chirurgischen Aus- und Weiterbildung ist eine weitreichende Herausforderung. Im Laufe des Medizinstudiums können sich immer weniger Studierende ein chirurgisches Fach als Ziel vorstellen. Der Arbeitsplatz OP büßt in letzter Zeit zunehmend an Attraktivität ein. Das iSURGE-Projekt (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]) setzt hier an und soll das Fach Chirurgie für die spätere Berufswahl attraktiv machen. Eine effektive interprofessionelle Zusammenarbeit rückt in den Fokus moderner Lehrinhalte.Es müssen divergierende Blickwinkel und Qualifikationen synchronisiert werden, um eine kompetente, hochqualifizierte und patientenorientierte Behandlung zu gewährleisten. Eine moderne interprofessionelle Ausbildung im Operationsbereich soll individuelle Expertise schärfen, interprofessionelle Kommunikationskultur optimieren, Handlungsabläufe ökonomisieren und somit den Gesamtprozess im Operationssaal verbessern. Ziel war die Etablierung eines interprofesionellen Lehr-OPs zur Stärkung der praxisorientierten, fächerübergreifenden Ausbildung von Medizinstudierenden in direkter Zusammenarbeit mit operationstechnischen Assistenten. Dies ist etabliert und das Projekt läuft erfolgreich. Es soll eine Steigerung der praktischen und theoretischen Handlungskompetenz erzielt werden. Reflexionsaufgaben und Feedback tragen zur souveränen Entscheidungsfindung und Kommunikation im Simulations-OPs bei.

Abbildung 1: iSURGE-Logo

Methoden: PJler*innen der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Anästhesie sowie Auszubildende OTA/ATA übernehmen die Verantwortung für einen realen OP-Saal nach entsprechendem Coaching. Sie trainieren zuvor in Teams an Simulationspuppen in unserem iSURGE-OP unter Supervision und bereiten ihren Lehr-OP-Tag inhaltlich vor. Die Vorbereitung beinhaltet einen schriftlichen und einen praktischen Teil (siehe Abbildung 2 [Abb. 2]). Es erfolgt vor und nach der Intervention eine Evaluation durch einen eigens erstellten Fragebogen

Abbildung 2: iSURGE. Praktischer Tag
OP-Übung im Lehr-OP. Tisch richten

Ergebnisse: Nach einer sehr erfolgreichen Kick-off-Veranstaltung konnten bisher drei PJ-Tertiale und drei Ausbildungsjahre das Projekt durchlaufen. iSURGE ist alle 6-8 Wochen praktikabel anwendbar. Die Evaluationen zeigen einen deutlichen Trend bezüglich des Zuwachses praktischer und theoretischer Kompetenzen, zudem die signifikante Förderung der Interprofessionalität und die Steigerung der Attraktivität des Arbeitsplatzes OP. Die Teilnehmer bewerten ihre kommunikative und praktische Kompetenz im Durchschnitt eine Schulnote besser als vor der Intervention.

Diskussion: Eine früh praktizierte interprofessionelle Kommunikation generiert eine höhere Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit und stärkt die sozial kommunikativen Fähigkeiten. Unser Simulations-OP konnte zeigen, dass durch interprofessionelles Training in der Ausbildung die Effektivität der Kommunikation als auch die Effizienz des Teams deutlich verbessert werden. Der langfristige Effekt auf die Auswirkung, bezogen auf die Facharzt Wahl, kann bisher noch nicht abschließend beurteilt werden. Hier sind weitere Studien notwendig


Literatur

[1] Fröhlich S, Göbel F, Meder A, Wirkner J, Obertacke U, Kasch R. Chirurgisches Pflichttertial im Praktischen Jahr - das Sprungbrett in die chirurgische Weiterbildung? [Mandatory Surgical Subinternship in the Final Year of Medical School - a Stepping Stone to Becoming a Surgeon?]. Zentralbl Chir. 2019;144(6):543-550. DOI: 10.1055/a-0820-6089
[2] Dhatta RR, Bohle J, Schmidt T, Fuchs H, Bruns CJ. Der „Surgical Track“ - innovative Ansätze gegen den Nachwuchsmangel in der Chirurgie [The "surgical track"-Innovative approaches to counteract the shortage of young recruits in surgery]. Chirurgie (Heidelb). 2024;95(4):315-323. DOI: 10.1007/s00104-023-02029-y
[3] Sottas B. „Interprofessionelle Teams sind effizienter und senken die Kosten“ – Zur Evidenzlage bei einem kontroversen Innovationsthema. In: Müller-Mieltz S, Sottas B, Schachttrupp A, editors. Innovationen in der Gesundheitswirtschaft. Melsungen: Bibliomed Verlag; 2016. p.44-56.