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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Einführung PJ-Reife-OSCE: Effekte auf subjektive PJ-Vorbereitung von Medizinstudierenden

Charlotte Glatz - Universität Ulm, Medizinische Fakultät, Humanmedizinstudentin, Ulm, Deutschland
Wolfgang Öchsner - Universität Ulm, Medizinische Fakultät, Stabsstelle Curriculumsentwicklung, Ulm, Deutschland; Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Ulm, Deutschland
Claudia Grab-Kroll - Universität Ulm, Medizinische Fakultät, Stabsstelle Curriculumsentwicklung, Ulm, Deutschland
Belinda Brack - Universität Ulm, Medizinische Fakultät, Stabsstelle Curriculumsentwicklung, Ulm, Deutschland

Text

Hintergrund/Fragestellung: Das Praktische Jahr (PJ) stellt für Medizinstudierende einen Übergang in eine Phase erhöhter klinischer Verantwortung dar. Zur strukturierten Vorbereitung wurde im Referentenentwurf zur neuen Ärztlichen Approbationsordnung ein bundesweiter PJ-Reife-OSCE vorgeschlagen [1]. Dieses Teilprojekt untersucht, ob der PJ-Reife-OSCE mit 14 Fächern die subjektive PJ-Vorbereitung (allgemeine ärztliche Kompetenzen & Selbstwirksamkeit) verbessert.

Methoden: Die prospektive Studie vergleicht zwei Kohorten hinsichtlich Selbstwirksamkeit und allgemeiner ärztlicher Kompetenzen. Die Kontrollkohorte absolvierte im Oktober 2025 den bisherigen OSCE in den Fächern Innere Medizin und Chirurgie. Die Interventionskohorte wird im April 2026 den PJ-Reife-OSCE mit Stationen aus 14 Fächern absolvieren. Die subjektive PJ-Vorbereitung der Studierenden wird nach der PJ-Reife-OSCE mittels Online-Befragung erhoben, wobei die Studierenden ihre allgemeinen PJ-bezogenen Kompetenzen auf Likert-Skalen bewerten [2]. Die Selbstwirksamkeit wird mit dem standardisierten Fragebogen „WIRKSTUD“ erhoben.

Ergebnisse: Die Datenerhebung der Kontrollgruppe (n=149, Durchschnittsalter: 25 Jahre) wurde im Oktober 2025 abgeschlossen. Die Datenerhebung der Interventionskohorte (erwartetes n=160) erfolgt im April 2026. Es wird eine höhere subjektiv empfundene PJ-Vorbereitung in der Interventionsgruppe (mit PJ-Reife-OSCE) erwartet. Die vollständigen Ergebnisse werden bis zum Tagungszeitpunkt vorliegen.

Diskussion: Der PJ-Reife-OSCE erweitert die PJ-Vorbereitung der Studierenden fächerübergreifend und praxisnah [3]. Die Studie untersucht, ob eine Skalierung der Prüfung von 2 auf 14 Fächer die allgemeinen ärztlichen Kompetenzen und die Selbstwirksamkeit der Studierenden verbessern kann – zentrale Faktoren für einen gelingenden Übergang ins PJ. Darauf basierend soll entschieden werden, unter welchen Rahmenbedingungen der neue PJ-Reife-OSCE künftig curricular implementiert wird.

Take-Home-Messages:

  • Es wird angenommen, dass ein fächerübergreifender PJ-Reife-OSCE die Selbstwirksamkeit sowie allgemeine medizinische Kompetenzen fördern kann.
  • Perspektivisch lässt sich eine Ausweitung von 2 auf 14 Fächer in Erwägung ziehen, wobei vor allem der Praxisbezug einen zusätzlichen Mehrwert darstellen sollte.
  • Die Ergebnisse können als Baustein für eine empirische Grundlage zur Einführung von PJ-Reife-OSCEs auch an anderen Universitätsstandorten dienen.

Literatur

[1] Bundesministerium für Gesundheit. Verordnung zur Neuregelung der ärztlichen Ausbildung. Überarbeiteter Referentenentwurf. Berlin: Bundesministerium für Gesundheit; 2023. Zugänglich unter/available from: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/gesetze-und-verordnungen/detail/verordnung-zur-neuregelung-der-aerztlichen-ausbildung
[2] Holzhausen Y, Maaz A, März M, Sehy V, Peters H. Exploring the introduction of entrustment rating scales in an existing objective structured clinical examination. BMC Med Educ. 2019;19(1):319. DOI: 10.1186/s12909-019-1736-2
[3] Nikendei C, Jünger J. OSCE - praktische Tipps zur Implementierung einer klinisch-praktischen Prüfung. GMS Z Med Ausbild. 2006;23(3):Doc47. Zugänglich unter/available from: https://journals.publisso.de/de/journals/jme/volume23/zma000266