Logo

Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

„Lehr-Cockpit“ 2.0 – ein digitales Lehr-Cockpit zur verbesserten Abstimmung zwischen Lehrenden und zur kompetenzorientierten curricularen Weiterentwicklung

Kristin Haller - Universitätsklinikum Tübingen, Innere Medizin I – Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie, Hepatologie, Infektiologie und Geriatrie, Tübingen, Deutschland; Universitätsklinikum Tübingen, TIME – Tübingen Institute for Medical Education, Tübingen, Deutschland
Reimer Riessen - Universitätsklinikum Tübingen, Department für Innere Medizin, Universitätsklinik für Neurologie – Internistische-neurologische Intensivstation, Tübingen, Deutschland
Olaf Fritze - Universitätsklinikum Tübingen, TIME – Tübingen Institute for Medical Education, Tübingen, Deutschland
David Heister - Universitätsklinikum Tübingen, Innere Medizin IV – Diabetologie, Endokrinologie, Nephrologie, Tübingen, Deutschland; Universitätsklinikum Tübingen, TIME – Tübingen Institute for Medical Education, Tübingen, Deutschland
Nisar Peter Malek - Universitätsklinikum Tübingen, Innere Medizin I – Gastroenterologie, Gastrointestinale Onkologie, Hepatologie, Infektiologie und Geriatrie, Deutschland
Anne Herrmann-Werner - Universitätsklinikum Tübingen, TIME – Tübingen Institute for Medical Education, Tübingen, Deutschland
Teresa Festl-Wietek - Universitätsklinikum Tübingen, TIME – Tübingen Institute for Medical Education, Tübingen, Deutschland

Text

Problembeschreibung/Zielsetzung: Die Lehre im Medizinstudium steht vor der Herausforderung, in einem komplexen, kompetenzorientierten Curriculum eine konsistente, transparente und aufeinander abgestimmte Vermittlung von Lehrinhalten sicherzustellen [1], [2]. Insbesondere in klinischen Fächern erschweren personelle Fluktuation, heterogene Lehrformate sowie formelle und informelle Rahmenbedingungen eine kohärente Curriculumsentwicklung [3]. Bereits 2023 wurde das Tübinger Projekt „Lehr-Cockpit“ vorgestellt – Ziel des Projekts ist die Implementierung eines digitalen, datenbankbasierten „Lehr-Cockpits“ für das Fach Innere Medizin, das die Abstimmung zwischen Lehrenden verbessert, Transparenz für Lehrinhalte schafft und eine gezielte curriculare Weiterentwicklung ermöglicht.

Projektbeschreibung: Im Rahmen eines mehrstufigen Entwicklungsprozesses (Konzeption, Pilotierung, Evaluation, Weiterentwicklung und Implementierung) wird die webbasierte Curriculums-Entwicklungsplattform LOOOP eingesetzt. Auf Ebene einzelner Lehreinheiten werden strukturierte Informationen erfasst, darunter Zielgruppe, Lehrformat, Lernziele, roter Faden, Prüfungsformate, Lehrmaterialien sowie die Verknüpfung mit Inhalten des „Nationalen Kompetenzorientierten Lernzielkatalogs Medizin“ (NKLM) und von „Entrustable Professional Activities“ (EPAs). Die Pilotierung erfolgt zunächst in ausgewählten Teilbereichen der Inneren Medizin, gefolgt von einer schrittweisen Ausweitung auf das gesamte Fach.

Ergebnisse: Das Lehr-Cockpit ermöglicht Lehrenden den schnellen Zugriff auf alle relevanten Informationen zu ihren und anderen Lehreinheiten und unterstützt eine strukturierte, aufeinander abgestimmte Planung der Lehre. Durch die systematische Verknüpfung von Lernzielen, Lehrformaten und curricularen Referenzen werden Redundanzen und inhaltliche Lücken identifizierbar. Studierende profitieren von einer stärkeren Ausrichtung der Lehre auf Leitsymptome, Konsultationsanlässe und kompetenzorientierten Lernziele. Erste Ergebnisse der überarbeiteten Lernveranstaltungen der Fächer Nephrologie und Gastroenterologie mit Verknüpfung an entsprechende EPAs und den NKLM werden zum Zeitpunkt der Präsentation vorgestellt.

Diskussion: Das digitale Lehr-Cockpit adressiert zentrale Herausforderungen der modernen medizinischen Lehre, insbesondere die Umsetzung des Constructive Alignment in einem dynamischen klinischen Umfeld. Die Nutzung einer etablierten Curriculumsplattform erlaubt eine nachhaltige Datengrundlage für Evaluation, curriculare Reformen und die Vorbereitung auf zukünftige Anforderungen, wie die stärkere Integration von EPA-Konzepten. Das Projekt besitzt ein hohes Transferpotenzial auf weitere Fächer und Studiengänge.

Take-Home-Message: Ein digitales Lehr-Cockpit kann die Transparenz, Abstimmung und Kompetenzorientierung der Lehre in der Inneren Medizin deutlich verbessern und stellt eine tragfähige Grundlage für eine zukunftsorientierte curriculare Weiterentwicklung dar.


Literatur

[1] Fischer MR, Bauer D, Mohn K; NKLM-Projektgruppe. Finally finished! National Competence Based Catalogues of Learning Objectives for Undergraduate Medical Education (NKLM) and Dental Education (NKLZ) ready for trial. GMS Z Med Ausbild. 2015;32(3):Doc35. DOI: 10.3205/zma000977
[2] Frank JR, Snell LS, Ten Cate O, Holmboe ES, Carraccio C, Swing SR, Harris P, Glasgow NJ, Campbell C, Dath D, Harden RM, Iobst W, Long DM, Mungroo R, Richardson DL, Sherbino J, Silver I, Taber S, Talbot M, Harris KA. Competency-based medical education: theory to practice. Med Teach. 2010;32(8):638-645. DOI: 10.3109/0142159X.2010.501190
[3] Theurich T, Holzhausen Y, Ahlers O, Peters H. Mapping the undergraduate medical curriculum of the Charité Berlin against the National Competence-Based Catalogue of Learning Objectives (NKLM 2.0). GMS J Med Educ. 2025;42(4):Doc46. DOI: 10.3205/zma001770