Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Raus auf’s Land – qualitative Analyse von Einflussfaktoren auf Community-based Learning in „Regionen für ärztliche Ausbildung“
Text
Hintergrund: In ländlichen Regionen stellt der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen ein zunehmendes Problem dar. Community-based Learning stellt einen Ansatz dar, Studierende früh mit verschiedenen Akteuren der Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen in direkten Kontakt zu bringen und sie so für eine Tätigkeit im ländlichen Raum zu motivieren.
Im Rahmen des Projektes „Regionen für ärztliche Ausbildung“ wurde gemeinsam mit einer hausärztlich unterversorgten Region ein solches regionales Lehrangebot für Studierende der Vorklinik entwickelt. Im Rahmen eines einwöchigen Aufenthaltes in der Region erhalten Studierende Einblicke in die lokale Gesundheitsversorgung und besuchen verschiedene regionale Akteure des Gesundheitswesens (z.B. Physiotherapiepraxen, Hausarztpraxis, Rehakliniken, u.v.m.). Um den Kontakt zwischen den Gesundheitsakteurinnen und -akteuren in der Region und den Studierenden im Rahmen der Lehrveranstaltung möglichst erfolgreich zu gestalten, ist es erforderlich, lernförderliche sowie lernhemmende Faktoren systematisch zu identifizieren. Dieses Verständnis unterstützt die Gestaltung eines gelungenen Erstkontakts, der als Grundlage für eine langfristige Bindung dienen kann.
Methoden: Beginnend im WS 23/24 wurden über drei Semester hinweg insgesamt zehn Teilnehmende (TN) der Wahlpflichtveranstaltung interviewt. Zudem wurde im WS 24/25 eine Fokusgruppe mit sieben TN im Rahmen einer weiteren Lehrveranstaltung in der Region durchgeführt.
Die Daten wurden nach der thematischen Analyse von Braun & Clarke [1] und unter Einbezug des Konzeptes der Landscape of Practice [2] analysiert.
Ergebnisse: Bisherige zentrale Aspekte für den Lernprozess erscheinen aus Studierendensicht eine Kommunikation auf Augenhöhe mit den lokalen Dozierenden, die positive Lernatmosphäre sowie die Zeit, die sich die Dozierenden vor Ort für die Studierenden und ihre Fragen genommen haben. Detailliertere Ergebnisse stehen zum Zeitpunkt der Tagung zur Verfügung und werden vorgestellt.
Diskussion: Im Rahmen der COBALT-Studie wird untersucht wie Studierende im Rahmen von Community-based Learning als pädagogischem Ansatz in ländlichen Regionen lernen und welche Faktoren förderlich oder hinderlich auf ihren Lernprozess einwirken. Diese Erkenntnisse liefern einen zentralen Beitrag zur Konzeption, Durchführung und Weiterentwicklung regionaler Lehrveranstaltungen in der allgemeinmedizinischen Lehre.
Take-Home-Messages:
- Regionales Lernen bietet die Chance, Studierende mit Versorgungsstrukturen in ländlichen Regionen sowie Patienten, Lernorten und Professionen außerhalb des universitären Kontextes in Kontakt zu bringen.
- Um dies erfolgreich zu ermöglichen, ist es notwendig die damit verbunden Lernprozesse und deren Einflussfaktoren besser zu verstehen und darauf basierend Veranstaltungskonzepte zu entwickeln.
Literatur
[1] Braun V, Clarke V. Using thematic analysis in psychology. Qual Res Psychol. 2006;3(2):77-101. DOI: 10.1191/1478088706qp063oa[2] Wenger-Trayner E, Wenger-Trayner B. Learning in a landscape of practice: a framework. In: Wenger-Trayner E, Fenton-O’Creevy M, Hutchinson S, Kubiak C, Wenger-Trayner B, editors. Learning in landscapes of practice: boundaries, identity and knowledgeability in practice-based learning. Abingdon: Routledge; 2015. p.13-29. DOI: 10.4324/9781315777122-3



