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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

VR-gestützte Vorbereitung auf den OP: Pilotierung und standortübergreifende Evaluation im Medizinstudium

Katrin Slany - TU Dresden, Medizincampus Chemnitz, Skillslab MEDiCus, Chemnitz, Deutschland
Marie-Christin Willemer - MFD TU Dresden, MITZ, Dresden, Deutschland
Theresa Maria Meißner - Universitätsklinikum Dresden, Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Dresden, Deutschland

Text

Problembeschreibung/Zielsetzung: VR-basierte Lernformate gewinnen für eine praxisnahe und standardisierte OP-Lehre zunehmend an Bedeutung [1]. In einer standortübergreifenden Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät Dresden und dem Medizincampus Chemnitz der TU Dresden wird ein 360°-VR-OP-Szenario curricular implementiert.

Ziel ist der Vergleich zweier Kohorten: Modellstudiengang (5. FS vor erster Famulatur) versus Regelstudiengang (9. FS zu Beginn des Blockpraktikums Chirurgie), um den optimalen curricularen Einsatzzeitpunkt zu bestimmen.

Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Das 360°-basierte VR-Szenario bildet zentrale OP-Abläufe ab (Einschleusen, OP-Strukturen, Teamrollen, Hygienemaßnahmen) und dient der strukturierten Orientierung im OP-Umfeld vor Vermittlung komplexer chirurgischer Techniken. Das Unity-basierte Szenario läuft auf Meta-Quest-Hardware und integriert eigene 360°-Aufnahmen. Nach einer technischen Einführung absolvieren die Studierenden interaktive Stationen im virtuellen OP-Saal (ca. 30 Minuten). Die Evaluation erfolgt mittels standardisierter Fragebögen (Chemnitz n=27; Dresden ab Sommersemester 2026). Erfasst werden Gesamtbewertung, wahrgenommener Nutzen für den Ausbildungsstand, Eignung zur Vorbereitung auf reale OP-Situationen sowie der bevorzugte Einsatzzeitpunkt. Ergänzend werden offene Rückmeldungen erhoben [2].

Ergebnisse (Kohorte Medizincampus Chemnitz): Die folgenden Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf die erste untersuchte Kohorte am Medizincampus Chemnitz (5. FS). Die VR-Anwendung wurde mit 1,3 bewertet. 24 Studierende sahen einen klaren Nutzen für ihre aktuelle Ausbildungssituation sowie für die Vorbereitung auf reale OP-Situationen. 21 Befragte bevorzugten den Einsatz vor der ersten Famulatur. Der endgültige standortübergreifende Vergleich erfolgt nach Vorliegen der Evaluationsergebnisse der Dresdner Kohorte im Sommersemester 2026.

Diskussion: Die Ergebnisse aus Chemnitz zeigen eine hohe Akzeptanz und einen deutlich wahrgenommenen Nutzen der VR-Anwendung. Insbesondere der präferierte frühe Einsatz deutet darauf hin, dass eine vorbereitende Orientierung im OP-Umfeld den späteren Lerntransfer unterstützen könnte.

Limitationen bestehen in der kleinen, standortspezifischen Stichprobe; belastbare Aussagen zu gruppenspezifischen Unterschieden sind erst nach Abschluss des Kohortenvergleichs möglich.

Take-Home-Messages: VR-OP-Szenarien ermöglichen eine sichere, standardisierte Einführung in OP-Strukturen, Teamrollen und Hygienemaßnahmen. Erste Ergebnisse aus Chemnitz sprechen für einen besonders sinnvollen Einsatz vor der ersten Famulatur.


Literatur

[1] Willemer MC, Bibrack E, Perge C, Hoffmann H, Pretze D, Stransky C, Lohr E, Petr K, Mauersberger F, Röder I. HybParc: Digital gestützte praxisnahe Lehr- und Lernformate. Lessons Learned. 2025;5(2):5-1-5.11. DOI: 10.25369/ll.v5i2.108
[2] Flägel K, Willemer MC, Mergen M, Junga A. Evaluation von VR-Anwendungen in der medizinischen Ausbildung - von Beispielen zu einem standortübergreifenden Evaluationskonzept. Gemeinsame Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) und des Arbeitskreises zur Weiterentwicklung der Lehre in der Zahnmedizin (AKWLZ). Freiburg, Schweiz, 05.-09.08.2024. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2024. DocWS-V-03-01. DOI: 10.3205/24gma206