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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Personalisierung, künstliche Intelligenz und ärztlicher Blick: Einblicke in die Entwicklung innovativer digitaler Lernumgebungen für die medizinische Ausbildung

Martin Gartmeier - TUM Klinikum rechts der Isar, TUM Medical Education Center, München, Deutschland
Ann-Kathrin Schindler - Universität Augsburg, Medizinische Fakultät, Lehrstuhl für Medizindidaktik und Ausbildungsforschung, DEMEDA, Augsburg, Deutschland

Text

Hintergrund/Thema: Digitale Lernumgebungen sind mittlerweile fester Bestandteil der medizinischen Ausbildung. Sie unterstützen die Vorbereitung, Vertiefung und Nachbereitung klinischer Inhalte sowie das Training ärztlicher Kompetenzen. Zentrale Eigenschaften solcher Umgebungen sind Interaktivität, Multimedialität und flexible Nutzung. Das Symposium stellt drei innovative Ansätze vor, die Video-, KI- und Eye-Tracking-Technologien nutzen, um Lernprozesse in authentischen klinischen Szenarien zu fördern. Dabei wird untersucht, wie Videos, Eye-Movement-Modeling-Examples (EMME) und KI-basierte adaptive Unterstützung zur Entwicklung diagnostischer, kommunikativer und wahrnehmungsbezogener Kompetenzen beitragen können.

Diskussionsthemen/-fragen:

  1. Beitrag 1 präsentiert eine KI-gestützte Lernumgebung zur adaptiven Fallbearbeitung in der Visite, die diagnostische Entscheidungsfindung durch personalisierte Hinweise unterstützt.
  2. Beitrag 2 zeigt eine digitale Lernumgebung zur Visitenkommunikation, in der Medizinstudierende auf Basis von EMME-Videos Blickmuster und kommunikative Verhaltensweisen analysieren und KI-basiertes Feedback erhalten.
  3. Beitrag 3 stellt Video-Thin-Slices vor, in denen Studierende professionelle Wahrnehmung im Patientenzimmer trainieren und verschiedene Unterstützungsformate erproben.
  4. Beitrag 4 diskutiert übergreifende didaktische Prinzipien der drei Projekte: Wie lässt sich adaptive Unterstützung lernwirksam integrieren? Welche Rolle spielen visuelle Verhaltensweisen? Wie kann die authentische Komplexität klinischer Umgebungen digital sinnvoll abgebildet werden?

Zudem werden Fragen zu Curriculumsentwicklung, Skalierbarkeit, Validität und Transfer in reale klinische Situationen adressiert.

Take-Home-Messages:

  • Digitale Lernumgebungen bieten großes Potenzial, ärztliche Kompetenzen durch personalisierte, adaptive und multimediale Ansätze gezielt zu fördern.
  • KI‑basierte Unterstützung sowie Eye-Tracking-gestützte EMME eröffnen neue Möglichkeiten für individuelle Rückmeldung und für die Sichtbarmachung professioneller kognitiver und visueller Prozesse.
  • Die Verbindung von authentischen klinischen Szenarien, adaptiven Lernpfaden und videobasierten Lernmaterialien kann Lernwirksamkeit und Kompetenzentwicklung nachhaltig stärken.
  • Für die Ausbildungsforschung ergeben sich zentrale Fragen zur Integration solcher Systeme in Curricula, zu ihrer Validität und zu ihrer Übertragbarkeit in reale klinische Handlungskontexte.

Literatur

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