Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)
Implantologie interdisziplinär und digital – zeitgemäße Lehre in der Zahnmedizin
Text
Problembeschreibung/Zielsetzung: Die Implantologie hat sich in den vergangenen Dekaden zu einem wichtigen Fach innerhalb der Zahnmedizin entwickelt. Die bisherige curriculare Lehre berücksichtigt diese jedoch lediglich disziplinär von oralchirurgischer und prothetischer Seite. Diese disziplinären Ansätze werden der Bedeutung der Implantologie und der aktuellen Tendenz in Richtung eines digitalen Workflows nicht gerecht. Ziel war daher die Entwicklung eines interdisziplinären, digital ausgerichteten Lehrkonzepts im Rahmen der Möglichkeiten der neuen zahnärztlichen Approbationsordnung (ZApprO).
Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Im Rahmen der neuen ZApprO wurde gemeinsam oralchirurgisch und prothetisch ein neues Wahlpflichtfach „Digitale interdisziplinäre Implantologie“ entworfen und organisiert. Vorab wurden die jeweiligen disziplinären Grundlagen innerhalb der Fachbereiche gelehrt. Die neue Lehrveranstaltung sollte einerseits Einblicke in zeitgemäße digitale Planungs- und Therapiemöglichkeiten eröffnen und gleichzeitig verschiedene Aspekte aus chirurgischer, prothetischer und parodontologischer Sicht interdisziplinär betrachten. Auch biologische Grundlagen und Radiologie waren wesentliche Bestandteile des Lehrkonzepts. Neben Veranstaltungen zur Vermittlung theoretischer Grundlagen wurden hierbei auch seminaristische Einheiten und Lehreinheiten zum Trainieren praktischer Fertigkeiten integriert. Dabei wurde besonderer Wert auf Aktualität, Wissenschaftlichkeit und evidenzbasierte Methoden gelegt. Der Wissenszuwachs der Teilnehmenden wurde durch schriftliche Kenntnisprüfungen vor und nach dem Wahlpflichtfach gemessen. Eine Evaluation der Lehrveranstaltung erfolgte durch einen an den Standard der Fakultät angepassten Evaluationsbogen.
Ergebnisse: Die neue Lehrveranstaltung war bereits im Vorfeld stark nachgefragt. Auf die verfügbaren Plätze bewarb sich nahezu die doppelte Anzahl Studierender. Anhand der erfolgten Kenntnisprüfungen konnte ein deutlicher Wissenszuwachs der Teilnehmenden verzeichnet werden. Die Lehrveranstaltung wurde aus studentischer Sicht sehr positiv bewertet. Besonders hervorgehoben wurden hierbei die fachübergreifenden Fallbesprechungen und praktischen Implantationsübungen.
Diskussion: Die interdisziplinäre Vermittlung der zeitgemäßen Implantologie kann im Rahmen eines gemeinsam koordinierten Wahlpflichtfaches die Kenntnisse der Studierenden erheblich verbessern. Der interdisziplinäre Lehransatz vermeidet redundante Kenntnisvermittlung und ermöglicht den Zugewinn an theoretischen und praktisch anwendbaren Fähigkeiten.
Take-Home-Message: Die interdisziplinäre Lehre der zahnärztlichen Implantologie ist didaktisch vorteilhaft und führt zu deutlich größeren Erkenntnisgewinnen im Vergleich zu bisherigen konventionellen Formaten.



