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Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)


17.-19.09.2026
Dresden

Meeting Abstract

Lehrformate im Lehrformate im Wandel: Vorlesung 2.0 – Sandwich-It! Brückenbau für nachhaltigen Lernerfolg

Tina Thomas - MUL CT Cottbus, Medizinische Klinik 2, Cottbus, Deutschland; TU Dresden, Medizinische Fakultät, Dresden, Deutschland
Katja Matthes - Universitätsklinikum Dresden, Medizinische Klinik 1, Dresden, Deutschland; TU Dresden, Medizinische Fakultät, Dresden, Deutschland
Nina Kasaeva - TU Dresden, Medizinische Fakultät, Dresden, Deutschland
Damiel Kaestner - TU Dresden, Medizinische Fakultät, Dresden, Deutschland
Natalie Labitzke - TU Dresden, Medizinische Fakultät, Dresden, Deutschland
Jochen Hampe - Universitätsklinikum Dresden, Medizinische Klinik 1, Dresden, Deutschland; TU Dresden, Medizinische Fakultät, Dresden, Deutschland
Martin Bornhäuser - Universitätsklinikum Dresden, Medizinische Klinik 1, Dresden, Deutschland; TU Dresden, Medizinische Fakultät, Dresden, Deutschland

Text

Problembeschreibung/Zielsetzung: Während die klassische Lehre in Vorlesungssälen zunehmend an Bedeutung verliert, erfahren moderne, digitale Lernplattformen eine stetig wachsende Wertschätzung. Durch breite Verfügbarkeit digitaler Lernressourcen, erscheinen Vorlesungen (VL) aus Studierendenperspektive als fakultative Angebote mit begrenztem Mehrwert. Aus Sicht der Lehrenden sind Vorlesungen jedoch obligate Grundlage zum vernetzten Wissenserwerb. Bemerkenswert ist in der Beobachtung der Teilnahmequoten zudem die geringe Resonanz, trotz teils international renommierter Expert*innen der Fakultät.

Projektbeschreibung/Evaluationsmethoden: Die Projektkonzeption basiert auf Sandwich- und Blended-Learning-Prinzipien. Durch die Kombination aus Vorbereitungsimpulsen, Präsenzvorlesung und digitalen Nachbereitungsangeboten sollen intrinsische Motivation, kognitive Aktivierung und nachhaltiges Lernen gefördert werden. Eine Evaluationsumfrage dient der studentischen Rückkopplung.

Ergebnisse: Für 22/45 VL wurden Vorbereitungsimpulse wie Dozierenden-Podcasts, Fallbeispiele und thematische Wissensbeiträge bereitgestellt. Die Nachbereitung erfolgte über Quizformate, One-Minute-Paper, Memory-Aufgaben und es konnte eine potentielle Prüfungsfrage zur jeweiligen Thematik erstellt werden.

In der Semesterabschlussevaluation bewerteten 75% der Studierenden das Konzept positiv. Das Konzept unterstützt eine intensivere Nachbereitung und semesterbegleitendes Lernen. Jedoch wurde es nur von einem Teil der Studierenden genutzt. Gründe für die Nichtteilnahme an Vorlesungen sind neben Lebensumständen und außeruniversitären Aktivitäten, v. a. in zeitlichen Aspekten und den Lernpräferenzen zu suchen. Dabei wird dem VL-Format ein unzureichender Lerneffekt beigemessen.

Diskussion: Es stellt sich die Frage, ob Vorlesungen noch zeitgemäß sind. Die Ergebnisse verdeutlichen einen strukturellen Wandel im Lernverhalten und einen Reformbedarf des traditionellen VL-Formats. Multimodale, aktivierende Elemente können die Relevanz von Inhalten erhöhen, ersetzen jedoch nicht die Notwendigkeit, VL stärker an studentischen Lernstrategien, Motivation und didaktischer Wirksamkeit auszurichten. Die Herausforderung besteht darin, VL als lernwirksame, erlebbar wertvolle Lernräume neu zu gestalten.

Take-Home-Messages: Die Effizienz des Lehrformats „Vorlesung“ sollte deutlich gesteigert werden, so dass ein selbstverständliches Bedürfnis und Verständnis zur VL-Teilnahme entsteht.

  • Klassische VL benötigen eine didaktische Weiterentwicklung, um für Studierende wieder einen klaren Mehrwert zu bieten.
  • Sandwich-It!-Elemente steigern die wahrgenommene Lernwirksamkeit, erhöhen jedoch nicht automatisch die Teilnahme (siehe Abbildung 1 [Abb. 1]).
  • Multimodale, praxisnahe und aktivierende Elemente können Relevanz und Sichtbarkeit von Inhalten verbessern.
  • Eine Reform des VL-Formats sollte sich an studentischen Lernstrategien und nachhaltigem Wissenserwerb orientieren.

Abbildung 1: Konzept: Vorlesung 2.0 – Sandwich-It!